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Der Telebasel News Beitrag vom 7. Oktober 2016 von Nora Bader.
Basel

Stellen Sie niemals Nacktbilder ins Internet!

Vier Personen haben in Basel Anzeige gegen unbekannt erstattet, weil sie mit Sexbildern erpresst wurden. Über soziale Medien bringen die Täter ihre Opfer dazu, sich vor der Kamera auszuziehen. Mit den Nacktbildern werden die Opfer später erpresst.

Die Täter bringen ihre Opfer über soziale Medien dazu, sich vor der Kamera auszuziehen. Mit den Nacktbildern werden die Opfer dann erpresst, entweder sie zahlen einen hohen Geldbetrag oder die Bilder landen im Internet. Passiert ist das auch viermal in Basel. Die Dunkelziffer sei aber viel grösser, sagt Peter Gill von der Staatsanwaltschaft Basel. Opfer werden oftmals Männer – jeden Alters. Die Täterschaft habe bisher nicht ermittelt werden können, so Gill. «Es können ganze Netzwerke dahinter stecken, die sich meist im Ausland befinden und die Internetadresse immer wieder wechseln.»

In einem der Fälle in Basel habe ein junger Mann eine Freundschaftsanfrage von einer unbekannten Frau in einem sozialen Netzwerk erhalten. Nachdem sie sich via Nachrichten ausgetauscht hatten, vereinbarten sie einen Videochat. Dabei bekundete die Frau Interesse an einer Beziehung und zog sich aus. In der Folge forderte sie den jungen Mann auf, sich ebenfalls vor der Webcam auszuziehen. Kurz nach Beendigung des Videochats teilte ihm die Frau mit, dass das Video aufgezeichnet worden sei und nur dann nicht in den sozialen Netzwerken veröffentlicht werde, wenn er mehrere tausend Franken bezahle. Als der Mann sich weigerte, wurde das Video im Internet hochgeladen.

Grosse Nachwirkungen

Die Nacktbilder können grossen Schaden im privaten und beruflichen Leben anrichten. «Einmal im Internet, immer im Internet», sagt Peter Gill. Denn: Ist ein Nacktbild oder ein intimes Video erst einmal im Internet, bleibt es meist dort oder taucht an einem anderen Ort wieder auf. Viele sind sich beim Versenden von Nacktbildern der Konsequenzen nicht bewusst.

Die Staatsanwaltschaft und die Jugendanwaltschaft raten deshalb eindringlich, dass keine solchen Bilder erstellt und ins Internet gestellt oder beispielsweise per Whatsapp auf Smartphones verbreitet werden. Speziell bei jüngeren Menschen werden Bilder aus dem Intimbereich als Treue- oder Liebesbeweis eingefordert oder unaufgefordert verschickt. Bricht aber eine Beziehung auseinander, können die intimen Bilder als Rache, als sogenannter ‹Revenge-Porn› oder als Cybermobbing verwendet werden.

Die Staatsanwaltschaft empfiehlt weiter, keiner unbekannten Person Geld zu überweisen und mit dem Anbieter der jeweiligen Plattform Kontakt aufzunehmen, damit die Veröffentlichung verhindert oder rückgängig gemacht werden kann. Zudem rät sie zur sofortigen Anzeigeerstattung.

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In aller Kürze:

Mehrere Personen haben in Basel Anzeige gegen unbekannt erstattet, weil sie mit Sexbildern erpresst wurden.

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