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Der Beitrag in den Telebasel News vom 30. September 2016 von Tobias von Rohr.
Basel

«Ich fordere eine Entschuldigung»

Das Komitee «Starke Schule Baselland» hat sich Zugriff auf die E-Mail-Adressen von Basler Lehrern verschafft und Umfragen versandt. Zudem hat das Komitee harte Kritik am Erziehungsdirektor Christoph Eymann (LDP) geäussert.

Über ihre interne Mailadresse auf dem kantonalen Bildungsserver (edubs) haben zahlreiche Lehrpersonen im Kanton Basel-Stadt diese Woche ein ausführliches Mail vom Komitee «Starke Schule Baselland» erhalten. Darin werden massive Vorwürfe an den basel-städtischen Erziehungsdirektor Christoph Eymann erhoben, der als Erziehungsdirektoren-Konferenz-Präsident für das angebliche Scheitern von Harmos und einen deutlichen Bildungsabbau in der Schweiz verantwortlich gemacht wird. Im Mail werden die Lehrpersonen aufgefordert, an einer Umfrage des Komitees zu im Nachbarkanton umstrittenen bildungspolitischen Fragen wie der Fremdsprachendidaktik, den Sammelfächern und dem selbstorganisierten Lernen teilzunehmen.

«Pflegen konstruktiven Weg»


Christoph Eymann sagt, er dulde einen solchen Umgang miteinander nicht. «Ich fordere eine Entschuldigung», sagt er. Die Vorwürfe an seine Adresse seien zudem falsch. Das ist aber noch lange nicht alles: Das Erziehungsdepartement sei ebenso wenig wie die Kantonale Schulkonferenz (KSBS) und die Freiwillige Schulsynode (FSS) im Voraus über diese Umfrage informiert worden. Alle distanzieren sich in aller Form von dieser Einmischung von aussen. KSBS und FSS haben ihre Ablehnung umgehend in einem eigenen Rundmail an ihre Mitglieder zum Ausdruck gebracht und betont, dass im Kanton Basel-Stadt über die etablierten offiziellen Gefässe ein konstruktiver Weg der Interessenvertretung von Lehrpersonen gepflegt werde, den die Verbände so weiterführen möchten.

Der Unruhestifter «Starke Schule Baselland» schweigt

Auf welchem Weg und wie flächendeckend das Komitee zu den für den internen Austausch gedachten edubs-Adressen gelangt ist, lässt sich gemäss Christoph Eymann nicht eruieren. Ob er rechtliche Schritte einleiten werde, sei noch nicht klar. Für das Erziehungsdepartement sei aber allein schon die Tatsache, dass dieser Informationskanal von Aussenstehenden für politische Zwecke missbraucht wurde, inakzeptabel. Eymann hat deshalb nicht nur bei den Adressatinnen Saskia Olssen und Alina Isler vom Komitee «Starke Schule Baselland», sondern auch bei der Bildungsdirektion des Partnerkantons Basel-Landschaft schriftlich interveniert. «Ich habe an Monica Gschwind appelliert, die Leute vom Komitee zur Vernunft zu bringen», sagt Eymann. Die Versender der E-Mail, die für solchen Ärger gesorgt hat, beantworteten keinerlei Anfragen von Telebasel – weder schriftlich, noch telefonisch.

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In aller Kürze:

Komitee «Starke Schule Baselland» mischt sich in Christoph Eymanns Angelegenheiten ein.

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