Die Zukunft des Spital- Standorts Bruderholz ist weiter umstritten. (Bild: keystone)

Basel

Bruderholzspital im Fokus

Einen Tag nach dem die beiden Gesundheitsdirektoren von Basel- Stadt und Baselland ihre Pläne für eine fusionierte Spitalgruppe vorgestellt haben, rückt der Standort Bruderholz in den Fokus der Diskussion.

Laut SP Landrätin Regula Meschberger sei das Bruderholz der falsche Standort. Insbesondere in Bezug auf das geplante Ambulatorium sei mit viel Verkehr zu rechnen. «Es hat schon Buslinien, aber schauen sie mal wie diese Anbindungen sind. Und vor allem wie die Umsteigemöglichkeiten sind. Die sind doch sehr eingeschränkt. Je nach dem wo man wohnt, braucht man ¾ Stunden bis aufs Bruderholz. Und es ist ja dann die einzige Tagesklinik im Kanton, das heisst, man nimmt an, die Leute kommen auch von weiter her. Da fragen wir uns einfach: Ist das wirklich sinnvoll?»

Auch die Privatspitäler kritisieren die Pläne fürs Bruderholzspital. Ihnen gehen die geplanten Orthopädie- und Rehabilitationsabteilungen zu weit. Martin Birrer, Präsident der Basler Privatspitäler-Vereinigung: «Wir kritisieren, dass auf dem Bruderholz neue Kapazitäten aufgebaut werden, ohne dass mit den bestehenden Reha- und Orthopädie- Institutionen vertiefte Gespräche geführt wurden.» In der Region seien bereits genügend Kapazitäten in diesen Bereichen vorhanden.

Die Baselbieter Stimmbevölkerung wird sich schon bald zum Bruderholzspital äussern können. Nächstes Jahr soll die Initiative «Ja zum Bruderholzspital» zur Abstimmung kommen. Das Initiativkomitee hat sich gegen das Zurückziehen der Initiative entschlossen. Die gestern vorgestellten Pläne fürs Bruderholzspital gingen ihnen zu wenig weit, sagt Steffen Herbert, der Präsident des Initiativkomitees. Die Initiative verlangt, dass auf dem Bruderholz eine erweiterte Grundversorgung im stationären und ambulanten Bereich angeboten wird. Steffen Herbert: «Im Bruderholzspital sollte eine erweiterte Grundversorgung angeboten werden. Mit einer Notfallstation welche konstant in Betrieb ist und nicht nur von 06 bis 24 Uhr.»

Sollte die Initiative «Ja zum Bruderholzspital» angenommen werden, dann sei die ganze gemeinsame Spitalgruppe gefährdet, hiess es gestern an der Pressekonferenz der Gesundheitsdirektoren. Steffen Herbert sieht dies anders: «Wir sind ja für eine Zusammenarbeit. Es muss einfach überlegt werden, wie man das ganze umsetzt. Es soll auch überlegt werden, wo wir mit dem grössten Teil der Patienten hingehen. Das ist bis heute nicht geklärt, und so lange wir das nicht wissen, können wir nicht in Betracht ziehen, unsere Initiative zurückzuziehen.»

Bis im Frühling 2017 wollen die beiden Regierungen eine konkrete Vernehmlassungsvorlage erarbeiten. Die Vernehmlassung soll im zweiten Quartal 2017 starten und bis Ende Jahr abgeschlossen sein. Während dieser Zeit können sich die interessierten Kreise detailliert zu den Zusammenlegungsplänen äussern.

Der Beitrag aus den Telebasel News vom 16. September 2016:

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In aller Kürze:

Das Bruderholzspital steht nun im Fokus der Spitalfusion.

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