Basel

Braucht Basel eine weitere Brücke?

Die Basler Regierung will einen Veloring rund um das Basler Stadtzentrum. Darauf sollen Velofahrer gefahrlos überholen können. Eine Art Veloroute mit Komfort also. Die Diskussion um den Ring rückt auch eine Brücke wieder in den Mittelpunkt. Die ist im Ratschlag von 25 Millionen zwar explizit ausgenommen, früher oder später soll sie aber trotzdem umgesetzt werden: Der Sevogelsteg zwischen Gross- und Kleinbasel.

Für Claude Wyler von Pro Velo beider Basel ist klar: «Einen Sevogelsteg braucht es unbedingt.» Er schliesse eine Lücke im Veloring, den die Regierung ja jetzt umsetzen möchte. Heiner Vischer von der LDP findet hingegen: «Diese Brücke ist völlig unnötig, es gibt genügend andere Übergänge über den Rhein.» Ja, was denn jetzt? Sicher ist, vor zwei Jahren hat die Basler Regierung den Sevogelsteg als Vision in den Teilrichtplan Velo aufgenommen – mehr nicht.

Der Übergang würde auf Grossbasler Seite irgendwo zwischen St.-Alban-Fähre und dem Roche-Areal hinkommen und er müsste natürlich genügend hoch sein, damit die Schiffe auf dem Rhein weiter zirkulieren können. Für den Veloring ist er nicht unbedingt zwingend, aber ohne ihn müssten Velofahrer weite Umwege in Kauf nehmen. Sie könnten nicht direkt vom Wettsteinquartier in die Breite oder ins Gellert radeln. Entweder führt ihr Weg über die Wettsteinbrücke, wo eine beachtliche Steigung wartet, oder aber über die Schwarzwaldbrücke, was ein längerer Weg bedeuten würde.

18 Millionen Franken für die Sevogelbrücke

Die Idee einer Sevogelbrücke über den Rhein ist alt: Bereits vor über 100 Jahren war das Projekt in Basler Karten eingezeichnet. Damals allerdings noch als mögliche Verbindung für alle Verkehrsteilnehmer, also auch Autos. Die aktuelle Idee ist dagegen eher mit der Dreiländerbrücke zwischen dem französischen Huningue und dem deutschen Weil am Rhein rheinabwärts zu vergleichen. Für 9 Millionen Euro hat man diese 2007 gebaut. Heute erfreut sie sich grosser Beliebtheit.

CUT_Karte-Sevogelbruecke
Eine Karte von 1905. Quelle: Geoviewer BS

Claude Wyler von Pro Velo schätzt, dass eine neue Brücke für den Langsamverkehr in Basel etwa 18 Millionen Schweizer Franken kosten würde. «Ein günstiger Preis für einen Steg mit grossem Nutzen für alle», sagt er. Heiner Vischer hingegen findet das Geldverschwendung. Einen Steg an diesem Ort lehnt er auch aus ästhetischen Gründen ab.

Zuerst wird der Veloring aber sowieso ohne den möglichen Sevogelsteg diskutiert und allenfalls umgesetzt: Dieser wird nämlich frühstens ab 2023 ein Thema.

Hier der Telebasel News Beitrag vom 31. August 2016:

3 Kommentare

  1. Braucht es das?
    Ich glaube das in letzter Zeit genug für die Velofahrer getan wurde 18 Millionen für eine unnötige Brücke ist doch verhältnisblödsinn!
    Überschuss im Staatsbudget und schon wollen die Grünen das bisschen Gewinn für eigene Interessen verbraten….
    Es ist Zeit endlich die Bürgerliche Vernunftpolitik zu wählen!Report

  2. Eine gute Idee, doch wer soll das bezahlen? Einmal mehr wird viel Geld in die Hand genommen für Velofahrer/innen die keinen Beitrag an ihre Infrastruktur leisten! Die Autofahrer würden in so einem Fall sicherlich wieder geschröpft.
    Finanzierung gleich Velovinette!!!Report

    1. Es ist ein Irrtum, dass Velofahrer keine Beiträge an die Infrastruktur zahlen. Bezahlt würde die Brücke wahrscheinlich, wie alle anderen Gemeindestrassen, durch Steuereinnahmen und die zahlen ja Velofahrer genau so wie Autofahrer. Die Brücke wäre übrigens auch als Fussgängerübergang gedacht – fordern sie also auch eine Fussgängervignette?Report

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In aller Kürze:

Die Sevogelbrücke soll in Zukunft zwischen Wettsteinbrücke und Schwarzwaldbrücke einen neuen Übergang für Fussgänger und Velofahrer ermöglichen.

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