Die Arbeiter stehen vor den verschlossenen Türen. (Telebasel)

Basel

Jobshop: Leiter fristlos entlassen

Die Basler Stiftung Sucht hat den Leiter von Jobshop, Robert Schreiber, fristlos entlassen. Die Räume dieser Arbeitsbeschäftigungs-Institution bleiben deswegen zwei Wochen lang geschlossen. Hauptgrund für die fristlose Kündigung: Der Leiter soll unkorrekte Abrechnungen gemacht haben, um den Klienten zu helfen.

Die Stiftung Sucht hat den Leiter ihrer Institution Jobshop, Robert Schreiber, fristlos entlassen. Grund: Er soll unkorrekte Abrechnungen gegenüber dem Kanton Basel-Stadt gemacht haben. Seit Freitag ist deshalb die Basler Institution Jobshop geschlossen. Diese Institution bietet Suchtkranken, IV-Bezügern und Randständigen Arbeit. Heute, 30. August 2016, haben rund 30 Beschäftigte von Jobshop gegen diese Kündigung protestiert.

Entlassener ist Sohn des Gründervaters

An der Protestaktion nimmt auch der Vater des Entlassenen, Hans-Peter Schreiber, teil. Pikant: Der Vater hat die Stiftung Sucht 1972 gegründet, deren Stiftungsrat nun seinen Sohn entlässt. Der Vizepräsident der Stiftung Sucht, Thomas Bein, begründet die fristlose Entlassung damit, dass Robert Schreiber den Sucht-Kranken Arbeitsstunden zugerechnet habe, die sie gar nicht geleistet hätten. So sei die Stiftung Sucht unrechtmässig zu Subventionen gekommen.

Der Vater des Entlassenen, Hans-Peter Schreiber, weist die Vorwürfe zwar nicht zurück, aber er stellt sie in einen anderen Zusammenhang. «Das war keine Manipulation, mein Sohn hat immer aus Rücksicht auf Klienten und auf das Arbeitsprogramm gehandelt. Er hat alles daran gesetzt, damit diese Leute nicht aus dem Arbeitsprogramm fallen.»

Dazu gehörte offenbar auch, dass er einigen Klienten Arbeitsstunden zurechnete, die sie nicht geleistet haben, die jedoch nötig sind, um die Grundbedingungen des kantonalen Arbeitsprogramms zu erfüllen. Hans-Peter Schreiber kritisiert den Stiftungsrat, der die von ihm gegründete Institution nicht in seinem Sinne weiterführe: Statt Menschlichkeit ins Zentrum zu stellen, seien Technokraten im Stiftungsrat. Der Rat besteht allerdings nur noch aus drei Mitgliedern. Drei sind kurzfristig zurückgetreten.

Aufträge verloren?

Wegen dieser spontanen Schliessung gehen der Werkstatt Jobshop Aufträge verloren, sagt der Sprecher von Jobshop, Peter Meier. Beim Stiftungsrat relativiert Thomas Bein: Alle angefragten Unternehmen würden ihre Aufträge beibehalten. Bis zum 12. September will der Stiftungsrat einen neuen Leiter für seinen Jobshop gefunden haben. Der entlassene Leiter will seine fristlose Kündigung anfechten.

Hier der News-Beitrag vom 30. August 2016: 

In aller Kürze:

Stiftung Sucht entlässt Werkstattleiter von Jobshop wegen unkorrekter Abrechnungen.

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