Den Sportshop gibt es seit 35 Jahren. (Bild: Telebasel)
Baselland

Alles fährt Ski in Laufen

Seit über 35 Jahren verkauft und vermietet Fridolin Karrer in Laufen Skier. Seit 2000 steht das Geschäft in Laufen am Bahnhof. Das soll auch so bleiben: Der Wintersportpionier hat seinen Laden einer neu gegründeten Stiftung übertragen. Die soll auch gleich dafür sorgen, dass wieder mehr Kinder in der Region auf die Piste gehen.

Bald schon kommt sie wieder, die Zeit, in der Leute mit den Skiern an den Bahnhöfen stehen, auf dem Weg in die Skigebiete in den Bergen. Dann werden auch sie wieder überall auftauchen: Die schwarzen Skitaschen mit weisser und roter Aufschrift vom Sportshop Karrer. Ein Erkennungszeichen, das immer verrät, woher der Taschenträger stammt oder von wo er zumindest seine Utensilien hat.

Die typischen Taschen, die jeder Kunde erhält, der seine Skier mietet, sind das Markenzeichen von Karrer. Die Idee kam dem heute 82-Jährigen als er einst, vor langer Zeit, am Bahnhof in Samedan stand und dabei eine Frau mit ihren drei Kindern beobachtete. Mühselig schleppten die drei ihre Skiausrüstung der hysterischen Mutter nach. «Da müsste es doch eine besser Lösung geben», dachte sich Karrer und erfand den grossen Skisack, um darin Skier, Stöcke oder sogar Schuhe praktisch zu verstauen. Fridolin Karrer erinnert sich:

Fridolin Karrer hat ganze Generation von Wintersportlern aus der Nordwestschweiz mit Skiern versorgt. Sein Geheimrezept von damals zieht bis heute: Karrer bietet sogenannte Saisonmieten an. Wer Skier holt, kann die den ganzen Winter fahren und zahlt damit massiv weniger, als wenn er direkt in den Skigebieten mietet.

Seit 35 Jahren betreibt Karrer sein Geschäft. Eine lange Zeit in der schnelllebigen Welt des Detailhandels. Er hat andere Sportgeschäften kommen und gehen sehen – nur den Sportshop Karrer gibt es immer noch. «Das soll auch so bleiben. Den Karrer gibt’s weiter, davon bin ich überzeugt», sagt der Gründer. Damit seine Hoffnungen auch wahr werden, hat Karrer vorgesorgt: Er hat vor einigen Tagen eine Stiftung gegründet. Darauf übertragen sind sämtliche Aktien des Sportgeschäftes.

Karrer hat für Skilager gekämpft

Die Stiftung soll nicht nur den Weiterbestand des Ladens sichern, sie soll auch Kinder unterstützen. Wer einen braucht, kann in Zukunft bei der Stiftung einen Unterstützungsbeitrag für Skimieten anfordern, erklärt Karrer. So sollen die hohen Kosten, die Familien teilweise vom Skifahren in den Bergen abhalten, gedämpft werden. Karrer hat einst als Lehrer in Brislach für Skilager gekämpft und es schmerzt ihn, dass viele Gemeinden heutzutage aus Kostengründen wieder auf solche verzichten. «Es wäre einfach wichtig, dass die Kinder auch weiterhin ins Skilager könnten», sagt Karrer und hofft, dass seine Stiftung etwas dazu beitragen kann.

Für Karrer war es schon als Lehrer wichtig, dass seine Schüler Ski fahren konnte. Weil das vor rund 40 Jahren aber teuer war, begann der Röschenzer aus den Skiregionen alte Skier zu importieren und brachte sie eigenhändig auf Vordermann. Er vermietete sie zu günstigen Preise an Kinder und Jugendliche. Weil das Angebot einen grossen Anklang fand, wurde aber die Schulbehörde auf ihn aufmerksam. Karrer musste sich zwischen zwei Herzensangelegenheiten entscheiden: Lehrer bleiben oder weiterhin Skier vermieten. Er wählte zweites. Und blieb dem bis heute treu.

Hier der Telebasel News Beitrag vom 29. August 2016:

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In aller Kürze:

Der Sportshop Karrer in Laufen gehört neu einer Stiftung.

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