Martin Birrer, Direktor Adullam-Spital. (Bild: Telebasel)
Basel

Privatspitäler begrüssen Spitalfusion

Welche Folgen hätte die Fusion zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland für die privaten Spitäler in der Region? Letztere hoffen, dass sich für sie wenig verändert - und der Abbau von Betten auf dem Bruderholz kommt sogar sehr gut an. Trotzdem bleiben offene Fragen.

Seit gut einer Woche reissen die Diskussionen nicht ab. Darüber, wie die geplante Spitalfusion beider Basel genau aussehen könnte und ob nun eine Privatisierung geplant ist oder nicht. Die ‹Basler Zeitung› hat die Pläne vorzeitig publik gemacht.

Und obwohl die Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (CVP BS) und Thomas Weber (SVP BL) dazu eigentlich nichts offiziell sagen wollten, taten sie es dann trotzdem und sorgten dennoch keineswegs für Klarheit. Es soll nun doch nicht privatisiert werden, liess letzte Woche Thomas Weber laut ‹bz basel› immerhin verlauten.

Stattdessen sei geplant eine Aktiengesellschaft zu gründen. Die Idee: Die Kantone Basel-Stadt und Baselland übernehmen die Aktien der neuen Gesellschaft. Nun sind das aber alles noch Gerüchte und es ist keineswegs klar, was für ein Modell Engelberger und Weber denn nun präsentieren werden. Sie halten trotz Leck an der Präsentation im September 2016 fest.

Keine Nachteile durch die Fusion

Auch der Präsident der Basler Privatspitäler-Vereinigung kann noch keine Details zur geplanten Fusion liefern. Aber Martin Birrer begrüsst die Fusion im Grundsatz. «Wenn man die universitäre Medizin in der Region halten will, dann ist das sicher der richtige Weg», sagt der Direktor des Adullam-Spitals.

Nachteile durch den neuen Megaplayer sieht er keine. Auch wenn das geplante neue Grossspital auf rund 75 Prozent Marktanteil kommen dürfte. Daneben gibt es noch Platz für Privatspitäler: «Uns wurde zugesichert, dass es in jedem Leistungsbereich Platz für einen öffentlichen und privaten Anbieter geben soll», so Birrer. Für ihn, der die acht privaten Spitäler der Stadt vertritt, ist es aber wichtig, dass die Regeln auch nach einer Spitalfusion die gleichen bleiben. Heute bekommen die Privatspitäler wie das Adullam von Birrer Leistungsaufträge vom Kanton. «Wir erwarten, dass diese Leistungsaufträge auch weiterhin nach wirtschaftlichen und qualitativen Kriterien vergeben werden», sagt Martin Birrer.

Ungemach könnte den privaten Spitälern aber in Zukunft drohen. Wenn ein fusioniertes Unispital beider Basel hohe Defizite einfahren würde, dann müsste die Politik wohl reagieren. Eine Möglichkeit wäre dann, dass ein privater Investor einsteigen würde. Birrer sagt aber: «Was das für die Privatspitäler bedeuten würde, ist aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen».

Der Beitrag vom 23. August 2016:

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In aller Kürze:

Die Privatspitäler sagen: Trotz der Fusion und 75 Prozent Marktanteil, gibt es noch genügend Platz für sie im regionalen Gesundheitswesen.

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