In diese Unterführung neben der St. Jakobshalle ist der junge Franzose während der Auseinandersetzung gestürzt.
Basel

Drei Männer vor dem Richter

Während eines Streits vor zwei Jahren fiel ein junger Franzose in eine Unterführung neben der St. Jakobshalle und verletzte sich dabei lebensgefährlich. Ab 23. August 2016 stehen drei junge Männer vor Gericht, welche dafür verantwortlich sein sollen.

Am 1. November 2014 wurde in der sogenannten Brüglinger-Unterführung, welche unter der Kreuzung beim Stadion St. Jakob-Park hindurchführt, ein schwerverletzter junger Franzose gefunden. Ermittlungen ergaben, dass der Mann während eines Streits in die Unterführung gefallen war.

Angefangen hatte alles in der Diskothek Musikpark A2 unterhalb der St. Jakob Arena. Hier kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von Schweizern und einer Gruppe Franzosen. Die meisten Beteiligten seien dabei in angetrunkenem Zustand gewesen. Die drei heute angeklagten Männer, waren Teil der schweizerischen Gruppe.

Jeweils ein Teil dieser Gruppen ging laut Anklageschrift später auch im benachbarten Parkhaus aufeinander los. Erst der Einsatz eines Pfeffersprays durch einen Franzosen konnte die Situation beruhigen. Der Hauptangeklagte soll bereits hier aggressiv vorgegangen sein. Er habe auch am meisten Reizmittel abbekommen.

Etwa gegen 4:30 Uhr trafen die beiden weiteren Angeklagten vor der St. Jakobshalle auf das spätere Opfer. Der junge Mann war zuvor als Teil der französischen Gruppe im Musikpark A2, war aber bei der Auseinandersetzung im Parkhaus nicht dabei. Die beiden Angeklagten sollen den jungen Franzosen zur Rede gestellt und auf die Strasse gedrängt haben.

Ungefähr zur gleichen Zeit soll der Hauptangeklagte von der nahen Tramstation her angerannt gekommen sein. Er habe den Franzosen noch mehr nach hinten gedrängt und geschlagen, so dass dieser schliesslich über das Geländer bei der Unterführung gefallen sei.

Zwar hätten der Hauptangeklagte und ein weiterer mutmasslicher Täter danach den Ernst der Sache erkannt, und hätten versucht, das Opfer an den Beinen festzuhalten. Dies gelang jedoch nicht. Der Franzose fiel anschliessend rund sieben Meter tief in die Unterführung. Beim Aufprall zog er sich lebensgefährliche Verletzungen zu.

Die Staatsanwaltschaft spricht von einem offenen Schädel-Hirn-Trauma, mehrfachen Brüchen des Schädels, Hirnblutungen und Hirngewebsschädigungen. Statt die Ambulanz zu alarmieren, ergriffen die drei Angeklagten die Flucht. Erst später wurde das Opfer von einem Automobilisten gefunden.

Das Opfer musste sich mehrere Monate im Unispital und in der REHAB Basel behandeln lassen und ist auch weiter in ärztlicher Behandlung. Noch immer leide er unter den Folgen des Zwischenfalls. So sagte er heute vor Gericht, er habe oft starke Schmerzen in den Beinen und auch sein Geruchssinn sei verloren gegangen. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass er heute wieder ohne Rollstuhl gehen kann. Mittlerweile könne er sogar wieder bis zu vier Stunden täglich arbeiten.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von drei Jahren für den mutmasslichen Haupttäter und Geldstrafen für die anderen zwei Angeklagten. Das Urteil des Strafgerichts wird am Freitag erwartet.

(W. Erzberger)

Der Beitrag vom 23. August 2016:

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In aller Kürze:

Die drei Männer, die 2014 einen jungen Franzosen beim Musikpark A2 so sehr bedrägnt und geschlagen haben, dass er sieben Meter in die Tiefe stürzte stehen in Basel vor Gericht.

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