Die Teilsanierung der Deponie geht für Martin Forter zu wenig weit. (Bild: Telebasel)

Baselland

Forter kritisiert Feldreben Sanierungsverfügung

Der selbstständige Geograf und Altlastenexperte Martin Forter kritisiert die gestern vom Kanton Basellandschaft bekanntgegebene Sanierungsverfügung für die ehemalige Deponie Feldreben in Muttenz scharf.

Die Verfügung sieht zwei Massnahmen zur Sanierung der Deponie vor. Einerseits sollen die Giftstoffe im Fels unter der Deponie durch das Abpumpen von Grundwasser über mehrere Jahre hinweg langsam ausgewaschen werden. Andererseits sollen besonders stark verunreinigte Bereiche der Deponie ausgebaggert und entsorgt werden. Diese Teilsanierung der Deponie geht für Martin Forter zu wenig weit. Er fordert die Totalsanierung der Deponie. Ähnlich wie bei der ehemaligen Deponie in Kölliken soll das Deponiegut gänzlich entfernt werden. Nur so könne das Trinkwasser gesichert werden.

Baselland wolle Geld sparen

In seinen Augen unterschätze der Kanton die Gefahr, welche von den giftigen Stoffen in der Deponie ausgeht. Zudem unterstellt er dem Kanton, Geld sparen zu wollen. Die nun angekündigte Teilsanierung soll ungefähr 175 Millionen Franken (+/- 30 Prozent) kosten. Eine Totalsanierung würde hingegen etwa 500 Millionen Franken kosten. Da der Kanton einen Teil des Areals vor ein paar Jahren gekauft hat, ist er nun der grösste Grundeigentümer auf dem Deponieareal und müsste dementsprechend auch einen grossen Betrag an eine Totalsanierung beisteuern.

Forter verlangt auch, dass die Regierung endlich Druck auf die Chemiebranche macht. Konkret hätten bis in die 1950er Jahre vor allem die beiden Chemiefirmen Ciba und Geigy ihren Chemiemüll in der ehemaligen Kiesgrube Feldreben deponiert. Deshalb sollten deren Nachfolgefirmen Novartis, Syngenta und BASF auch den grössten Teil der Kosten einer Totalsanierung tragen.

Aus Sicht des Hochbauamtes Baselland hingegen sei eine Teilsanierung die klar bessere Option: «Zum Schutz des Grundwassers und zur Einhaltung der Sanierungsziele ist ein vollständiger Aushub weder nötig noch zielführend, insbesondere weil der grösste Teil der Schadstoffe sich nicht mehr in der Deponie selbst befindet, sondern im Fels darunter. Der Fels kann aber nicht ausgehoben werden! Ein Totalaushub wäre weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar.»

Verzögerung um bis zu drei Jahre

Martin Forter sagt, er wolle zusammen mit Anwohnern gegen die Verfügung klagen. Auch die Gemeinde Muttenz hat angekündigt gegen die Verfügung vorzugehen, wenn nötig bis vor Bundesgericht. Trotz des Widerstands gegen das Projekt glaubt die Regierung, dass sie mit ihrer Verfügung vor Gericht durchkommen wird. «Wir haben dies nach bestem Wissen und Gewissen angeschaut», sagte FDP Regierungsrätin Sabine Pegoraro gestern vor den Medien, auch weitere Experten und das Bundesamt für Umwelt hätten das Projekt abgesegnet.

Sabine Pegoraro rechne damit, dass die Sanierung wegen der Gerichtsverfahren um bis zu drei Jahre verzögert wird. Erst wenn die Verfügung offiziell rechtsgültig ist, wolle die Regierung den Finanzierungsschlüssel verordnen. Sobald die Sanierungsverfügung rechtskräftig wird, haben die beteiligten Parteien 18 Monate Zeit um mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen.

Der Telebasel News-Beitrag vom 19. August 2016:

In aller Kürze:

Martin Forter kritisiert die Feldreben Sanierungsverfügung scharf.

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