Die geplante Privatisierung des Unispitals und des Kantonsspital BL sorgt für Kritik. (Keystone)
Basel

Kritische Reaktionen zur geplanten Spitalfusion

Eine geplante Privatisierung des Universitätsspitals Basel und des Kantonsspitals Baselland wird von Verbänden und Parteien kritisiert. Thomas Weber und Lukas Engelberger wollen trotzdem noch nicht Stellung nehmen zu den Informationen, die gestern durchsickerten.

Gestern sorgte die ‹Basler Zeitung› für Aufregung: Sie publizierte ihr zugespielte, vertrauliche Informationen zur möglichen Spitalfusion der beiden Basel. Dabei wollten die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (CVP BS) und Thomas Weber (SVP BL) eigentlich erst im September über die Pläne eines «Unispital beider Basel» informieren. Gestern wollten sie nichts sagen.

Heute rangen sie sich immerhin zu einem dürren schriftlichen Communiqué durch: «Die beiden Direktionen sind derzeit in intensivem Austausch mit den Spitälern. Am Bericht zu Händen der beiden Regierungen wird gearbeitet.» Und weiter schrieben sie: «Deshalb können die beiden Gesundheitsdirektoren zum jetzigen Zeitpunkt nicht Stellung nehmen.» Sie würden es aber bedauern, dass der Basler Zeitung Informationen zugespielt worden seien.

So wollen beide Basel ihre Spitäler organisieren.
Grobplanung 2015: So wollen beide Basel ihre Spitäler organisieren.

Höhere Kosten durch Privatisierung?

Jetzt sind sie aber halt da, die Vorabinformation. Peter Flubacher vom Verein ‹Gesundheit für alle› kann das nicht verstehen: «Es ist schon eigenartig und ich finde das eine unschöne Sache.» Unschön findet er auch, dass in den veröffentlichten Plänen von einer möglichen Privatisierung die Rede ist. «Wir sind nicht gegen eine Spitalfusion, aber gegen eine Privatisierung.» Diese würden die Kosten steigern statt senken und fürs Personal sowie Patienten entstünden Nachteile.

Mit seiner Kritik steht der Verein nicht alleine da. Auch die Basler und Baselbieter SP äussern Bedenken. Und die Gewerkschaft VPOD kündet sogar an, das Referendum zu ergreifen. Die Handelskammer beider Basel hält dagegen. Ihr Direktor Franz Saladin findet die Fusions-Idee gut, um so die Gesundheitskosten über die Kantonsgrenzen hinaus zu senken: «Es ist unglaublich, endlich probiert man das umzusetzen, was wir schon lange fordern und schon wieder wird es torpediert.»

Fusion ja oder nein, Privatisierung ja oder nein – bis jetzt sind das alles nur Pläne. Der Bericht der beiden Gesundheitsdirektoren ist nicht öffentlich, deshalb nehmen auch keine offiziellen Vertreter dazu Stellung. Insgesamt eine unglückliche Situation – und bis im September werden die Diskussionen dazu bestimmt nicht abebben.

Hier der News-Beitrag vom 17. August 2016: 

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In aller Kürze:

Eine geplante Privatisierung des Unispitals und des Kantonsspital BL sorgt für Kritik.

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