Viele Flüchtlinge sehen die Schweiz nur als Zwischenstopp zu Deutschland. (Bild: Telebasel)
Schweiz

Süddeutsche Polizei von illegaler Migration aus der Schweiz belastet

Die Schweiz ist für viele Migranten offenbar nur Transitland. Besonders in der Region Basel nimmt die deutsche Polizei viele Asylgesuche entgegen.

Mehrere Augenzeugen berichten gegenüber Telebasel von Grenzübertritten im Gebiet der Rheinhäfen, bei denen es sich augenfällig um illegale Migration gehandelt habe. Auch in den Langen Erlen gab es entsprechende Beobachtungen: «Ich habe mehrere Personen gesehen, die in der Nacht über einen Zaun stiegen und auf der deutschen Seite weggerannt sind», sagt Mike und schaut in den Wald zwischen Bässlergut und Wiese. Der Nigerianer selbst wisse jetzt auch nicht was tun und zeigt den Nichteintretensentscheid des Schweizerischen Staatssekretariat für Migration. Während über zwei Wochen habe er zusammen mit einer Gruppe in Jeeps die Sahara durchquert. Eine Schlepperbande habe ihn durch Libyen geschleust. «Die Überfahrt übers Mittelmeer kostete mich dann nochmals 2’000 Dollar», sagt Mike. Nun habe er 5 Tage Zeit um nach Italien auszureisen.

Nur Transitland

Der Migrationsdruck auf die Balkanroute hat mittlerweile deutlich nachgelassen. Zur warmen Sommerzeit wagen dafür wieder vermehrt Migranten aus Afrika die Reise übers Mittelmeer Richtung Norden. Für viele ist die Schweiz dabei nur Transitland auf dem Weg etwa nach Deutschland. Wie die schweizerische Grenzwacht bestätigt, wurden vergangene Woche 1698 Personen aufgegriffen, die via Tessin illegal in die Schweiz einreisten. Die Woche zuvor waren es rund 1’400 gewesen. Die Vergleichszahlen der illegalen Einreisen in die Nordwestschweiz hingegen sind mit 30 im gleichen Zeitraum gering.

Wenn die Menschen in der Schweiz ein Asylgesuch stellen, werden sie für die Dauer des Verfahrens in Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes untergebracht. Genau dies wollen offenbar aber viele nicht tun, oder sie tauchen nach einem ablehnenden Entscheid ab. Das Polizeipräsidium Freiburg im Breisgau bestätigt jedenfalls, es gäbe eine beträchtliche Anzahl Migranten, die illegal in Deutschland einreisen: «Seit Wochen verzeichnen wir hier an der Grenze zur Schweiz einen verstärkten Zulauf von Migranten und Asylsuchenden», sagt der Polizeisprecher Dietmar Ernst. Die Art und Weise wie sie nach Deutschland gelangen, liesse darauf schliessen, dass Schlepper im Spiel sind. Dass die Personen oftmals im Schutz der Dunkelheit die grüne Grenze benutzen spreche klar dafür, dass sie geschleust werden.

Gründe unbekannt

«Letztes Wochenende waren nur im Polizeirevier Weil am Rhein 17 Menschen angekommen, die Asylanträge stellten», berichtet Dietmar Ernst. Die allermeisten seien Afrikaner von südlich der Sahara. Jeder der auf einer deutschen Polizeiwache um Asyl nachsuche, würde erkennungsdienstlich erfasst – oftmals führten die Personen keine Ausweise mit und die Identifikation sei nahezu unmöglich. Fingerabdrücke und DNA sowie ein Foto würden erfasst und im entsprechenden Asylgesuch hinterlegt. «Pro Person dauert das schon so gegen zwei Stunden», sagt Ernst. So könnten einzelne Polizeiwachen schon mal vorübergehend lahm gelegt werden.

Über die Gründe der regen Migration aus der Schweiz nach Deutschland kann nur spekuliert werden. Sei es der schlechte Ruf, den die Schweiz unter Migranten habe. Seien es Berichte, dass Deutschland Migranten grosszügiger unterstütze.

Den Beitrag in den Telebasel News vom 28. Juli 2016:

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In aller Kürze:

Die Schweiz liegt für viele Flüchtlinge schlicht auf dem Weg nach Deutschland.

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