Proteste gegen Polizeigewalt in Dallas endeten tödlich. (Bild: Keystone)
International

Polizei unter Beschuss

Nach einem Heckenschützen-Angriff auf Polizisten in Dallas hat sich die Zahl der Toten auf fünf erhöht. Das teilte die Polizei in der texanischen Stadt am Freitag mit.

Bei einer Protestaktion gegen Polizeigewalt hatten Heckenschützen die Beamten ins Visier genommen und insgesamt elf von ihnen getroffen. Die Täter hätten mit Scharfschützengewehren geschossen, sagte Polizeichef David Brown.

Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten sucht die Polizei nach mehreren Sprengsätzen. Ein Verdächtiger habe angegeben, «überall» im Zentrum der Stadt im US-Bundesstaat Texas Bomben gelegt zu haben, sagte Brown weiter.

Die Polizei verhandelt demnach noch mit dem Mann, der sich in einem Parkhaus verschanzt hat. Dort lieferte er sich auch einen längeren Schusswechsel mit der Polizei.

Die Polizei hat bislang drei Verdächtige festgenommen, darunter eine Frau. Sie wurde nach Polizeiangaben in dem Parkhaus gefasst, in der sich auch der vierte Verdächtige verschanzt hat.

Ein anderer Verdächtiger hatte sich zuvor selbst gestellt, nachdem die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlicht hatte. Der zweite sei nach einer Schiesserei mit Spezialkräften der Polizei gestellt worden, erklärte die Polizei. In der Nähe seines Standortes wurde demnach auch ein verdächtiges Paket gefunden.

Hintergrund der Demonstrationen in mehreren US-Städten waren zwei Vorfälle in den Bundesstaaten Minnesota und Louisiana, bei denen in dieser Woche zwei Schwarze von Polizisten erschossen wurden.

US-Präsident Barack Obama wurde inzwischen in Warschau über die Lage in Dallas unterrichtet. Das teilte sein Sprecher Josh Earnest am Freitagmorgen mit. Der Präsident habe sein Team gebeten, ihn laufend über die Situation in der Stadt zu informieren. Der Präsident wollte am Freitag und Samstag am Nato-Gipfel in der polnischen Hauptstadt teilnehmen.

Proteste nach Polizeigewalt

Zuvor habe es friedliche Proteste gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegeben. Auslöser waren zwei erschossene Afroamerikaner innerhalb von zwei Tagen.

In Falcon Heights (Minnesota) starb ein Mann im Spital, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte. Kurz zuvor hatten in Baton Rouge (Louisiana) zwei Polizisten eine Person auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.

(sda)

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Die Proteste gegen Polizeigewalt endeten tödlich.

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