(Bild: Kulturstadt jetzt)

Basel

GPK wirft Guy Morin Führungsschwäche vor

Tobit Schäfer, Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK) spricht im Telebasel Talk vom 27. Juni 2016 mit Moderatorin Karin Müller über die Kritik am Präsidialdepartment.

Man handle zu passiv, zu lasch und betreibe ungenügende Kommunikation: Das Präsidialdepartement Basel habe die ‹Jungblut-Affäre› schlecht bearbeitet, befindet die Geschäftsprüfungskommission (GPK) in ihrem am 27. Juni 2016 publizierten Jahresbericht 2015.

Die «seit 2014 evidenten» Personalprobleme im Historischen Museum (HMB) hätten das Präsidialdepartement «dazu anhalten sollen», das Führungs- und Betriebsverständnis der Direktion des HMB kritisch zu hinterfragen. Zur Kritik der Kommission will sich Regierungspräsident Guy Morin nicht äussern. Wie gravierend sind die Vorwürfe? Im Talk vom unterhält sich GPK-Präsident Tobit Schäfer (SP) mit Moderatorin Karin Müller über das Thema

Konkrete «Verfehlungen» habe sich das Präsidialdepartement keine zuschulden kommen lassen. Aber: «Für die GPK ist es nicht nachvollziehbar, weshalb das Departement nicht über Führungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrumente verfügt, die nach ersten Anzeichen von Problemen beim HMB besser griffen. Es scheint, dass § 6 des Museumsgesetzes seitens der Verantwortlichen im Präsidialdepartement zu einseitig interpretiert wird, indem die Autonomie der Museen höher gewichtet wird als die Durchsetzung der gesetzlichen Rahmenbedingungen».

Als «ungenügend» bezeichnet die GPK die Führung, Steuerung und Kontrolle. In der Finanz- und Budgetplanung im variablen Bereich der Museumsbudgets fehlten «betriebswirtschaftliche Frühwarnsysteme».

Die Struktur macht Probleme

Die Geschäftsprüfer erkennen durchaus aber auch strukturelle Probleme, die nichts mit Guy Morins Amtsführung zu tun haben: «Das Dilemma – begründet im politischen Willen, die Museen strukturell selbständig funktionieren und wirtschaften zu lassen, gleichzeitig aber als kantonale Dienststellen zu führen – ist immanent.»

Und die Kommission benennt auch klipp und klar die ehemalige Direktorin Marie-Paule Jungblut als verantwortlich für das Defizit von 745‘000 Franken, das sie hinterliess: «Führungs- und Verwaltungsdefizite seitens der Museumsdirektorin und des Verwaltungsleiters führten zu fahrlässigen Planungs- und Budgetvorgaben.»

Mehr dazu im Telebasel-Talk vom 27. Juni 2016 ab 18:30 Uhr.

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In aller Kürze:

 Tobit Schäfer, Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK) im Telebasel Talk vom 27. Juni 2016.

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