Am Samstag wird in der Jägerhalle das letzte Mal getanzt. (Facebook Jägerhalle)
Basel

Es hat sich ausgejagt an der Erlenstrasse

Another one bites the dust! Nachdem die Kuppel, Garage, Ladybar und das Nordstern ihre Türen in Basel endgültig geschlossen haben, fällt nun auch für die Jägerhalle der letzte Vorhang. Doch was kommt anstelle des Clubs an die Erlenstrasse?

Am Samstag, 25. Juni 2016,  wird noch mal richtig auf den Putz gehauen, danach ist aber auch für die Jägerhalle Schluss. An der ‹The Last Closing›-Fete wird der Club ein letztes mal erbeben, dies mit einem internationalen Line-Up, das sich sehen lassen kann: Der Berliner Madmotormiquel und Sven Dohse aus der Hansestadt übernehmen das Zepter hinter den Drehscheiben. Aber auch Lokalhelden wie Dandara, Rafeeq und Slowly Rico erweisen der Jägerhalle die letzte Ehre.

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Fulminanter Schluss – Und was dann?

Es klingt nach einem Abschied auf dem Höhepunkt. So mancher fragt sich nun aber, wieso schliesst die Jägerhalle genau jetzt? Denn über die Jahre hinweg konnten die ehemaligen Betreiber Alain Heiniger und Valentin Aschwanden den Club zu einem der fünf Besten in Basel machen. Trotz schwieriger Lage und suboptimalen Bau-Eigenschaften. Und auch die neuen Inhaber Michel Bannier, seines Zeichen im Vertrieb des Escargot MAG-Printmagazins, und Olivier Mueller, Lancierender der Initiative ‹Wunschkind Kultur›, dürften den Club erfolgreich weitergeführt haben.

Zuviele Clubs, zuwenig programmliche Abgrenzung

Das Problem liegt nicht bei mangelndem Erfolg des Clubs, sondern bei der Übersättigung und fehlenden Diversität im Basler Nachtleben. Denn laut Marketingfachmann Michel Bannier scheinen es in der Stadt am Rhein nur noch Clubs unter die Top Five zu schaffen, die internationale Gäste im Bereich der elektronischen Musik zu sich laden.

Genau in dieser Abgrenzungs-Problematik sehen Bannier und Mueller, die die Jägerhalle erst im April 2016 übernommen haben, aber ihre grosse Chance. Und genau hier kommt die ‹Heimat› ins Spiel: Der Standort der Jägerhalle soll unter diesem Namen in einen multifunktionalen Eventraum verwandelt werden, der alle verlorenen Seelen der Basler Clubszene nach Hause holt.

Ein neues Zuhause für Diversität

Konkret sehen die Pläne für eben diese Heimat laut dem 26-jährigen Bannier wie folgt aus: Von der Jägerhalle sollen inhaltlich und musikalisch nur wenige Veranstaltungsreihen übernommen werden. So wird Platz für Neues und Anderes geschaffen. Im Fokus werden bisher unvertretene Gemeinschaften stehen, die ein Programm anbieten wollen, hierfür bekommen sie in der ‹Heimat› je nach Bedarf einen festen Platz im Wochen-/ Monats-/ Quartals-/ Semester- oder Jahresrhythmus.

Als Besonderheit sollen an diesen fixen Plätzen unterschiedliche Labels eben dieser Gemeinschaften die Heimat bespielen. Aber auch bereits verankerte Labels anderer Clubs sollen im geplanten Raum für Innovationen Gastveranstaltungen bekommen, um so neues Publikum in die Heimat bringen aber auch zurück in die eigenen vier Wände nehmen zu können.

«Weniger populäre Musikstile oder ein höherer Differenzierungsgrad bei elektronischer Musik schaffen Glaubwürdigkeit und überzeugen Liebhaber und Kenner», zeigt sich Olivier Mueller, auch Mitinhaber des Cafés Singer, vom Konzept für seine Heimat (und bald auch die vieler Musikfreunde in Basel) überzeugt. Es bleibt zu hoffen, dass dieser neue Eventraum nicht auch bald Opfer des unheimlichen Clubsterbens in Basel wird.

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In aller Kürze:

Die Jägerhalle schliesst am 25. Juni 2016 ihre Tore.

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