Der Birsig birgt Gefahren. (Telebasel)
Basel

Der Bach, der Basel überschwemmen kann

Die Bauarbeiten am Birsig zwischen Heuwaage und Zolli schreiten voran. Bis Ende nächstes Jahr dauert es aber noch, bis Basel besser vor Hochwasser geschützt ist.

Nichts deutete auf die Wassermassen hin, die bald kommen würden. Bei Sonnenschein stiegen zwei Arbeiter am Mittwoch, 8. Juni 2016, in den Birsig-Tunnel. Fast wären sie nicht mehr lebend rausgekommen. Während sie arbeiteten, verdunkelte sich draussen der Himmel. Und dann kam der Regen. Der Birsig schwoll innert Minuten an. Die Abflussmenge verzehnfachte sich beinahe und die beiden Arbeiter waren eingeschlossen.

Dank eines Notrufes konnten sie von der Feuerwehr gerettet werden – Der Regen zeigt, welche Gefahr vom Birsig ausgehen kann. Andreas Flück vom Tiefbauamt relativiert: «So ein Gewitter lässt zwar den Pegel ansteigen, aber für die Stadt geht noch keine Gefahr aus». Dann müsste es schon tagelang regnen.

Möglich ist es, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Fast 500 Jahre ist es her, seit in Basel letztmals ein Birsig-Hochwasser die ganze Innenstadt unter Wasser setzte. Damals floss der Bach noch offen durch die Stadt.

Grösste Gefahr vom Birsig

Bei einem Jahrhundert-Hochwasser geht vom Birsig heute noch eine erhebliche Überschwemmungsgefahr aus. Das Problem: Die Kapazität des Tunnels ist knapp. Bei einer Verstopfung des Eingangs wird es gefährlich. Falls es wieder zu einem Jahrhundert-Hochwasser kommt, geht die grösste Gefahr nicht von der Wiese oder dem Rhein, sondern vom Birsig aus.

Die Stadt hat bereits im letzten Jahr begonnen, Massnahmen umzusetzen, die den Hochwasserschutz verbessern sollen. Beim Dorenbach-Viadukt wurden Betonpfeiler und Stahlrechen ins Bachbett eingebaut. Sie sollen Bäume und Steine zurückhalten. Damit wird die Gefahr gebannt, dass Fremdkörper den Tunnel verstopfen.

Bis Ende nächstes Jahr fertig

«Das Ziel dieser Ausbauten ist, dass wir so viel Wasser durch den Tunnel kriegen, dass es keine Überschwemmung mehr geben kann», sagt Andreas Flück. Bis Ende 2017 wird darum rund ums Nachtigallen-Wäldeli auch noch das Bachbett vertieft. Ausserdem wird der Parkplatz an der Heuwaage aufgebrochen und mehr Platz fürs Wasser geschaffen. Der Einlass zum Birsigtunnel wird so vergrössert. Damit das Wasser in Zukunft hoffentlich wirklich nur unter dem Marktplatz statt über ihn fliesst.

Der Beitrag in den Telebasel News vom 10. Juni 2016.

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In aller Kürze:

Erst nächstes Jahr wird Basel besser vor Hochwasser geschützt.

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