Ich möchte dem Orchester etwas ganz Besonderes mit auf den weiteren Weg geben.» (Sinfonieorchester Basel/Benno Hunziker)
Basel

Die letzte Sinfonie mit Dennis Russell Davies

Am 1. und 2. Juni 2016 wird Dennis Russell Davies, Chefdirigent des Basler Sinfonieorchersters, zum letzten Mal seinen Dirigentenstab durch die Luft des Stadtcasinos gleiten lassen. Die beiden Konzerte werden gleichzeitig auch den Saisonschluss einläuten.

Nach sieben Jahren ist nun Schluss: Chefdirigent Dennis Russell Davies leitet mit dem Sinfoniekonzert ‹Lebensfülle› das letzte Mal ‹sein› Orchester. Als der amerikanisch-österreichische Dirigent zum Sinfonieorchester Basel stiess, gehörte dieses noch zur AMG (Allgemeine Musikgesellschaft Basel).

Sein Ziel, dass Basler Orchester international zu stärken und zu Neuer Musik zu verleiten, erreichte er bravourös. «Es war mir wichtig, dass neuere europäische und Schweizer Musik Teil der Programme war. Und dass wir Ur- und Erstaufführungen spielten.» So wird auch an seinem Abschiedskonzert eine ganz spezielle Uraufführung gespielt.

Die Entdeckung

Dabei handelt es sich aber nicht um eine gewöhnliche Erstaufführung: Im Nachlass von Hans Werner Henze, der sich in der Paul Sacher Stiftung befindet, wurde eine Orchestersuite gefunden, die noch nie aufgeführt worden ist. Die Suite wurde kurz vor seinem Tod aus dem Material zum Hörspiel ‹Die Zikaden von Ingeborg Bachmann›, welches Henze ebenfalls komponierte, zusammengestellt. Somit erlebt der Musiksaal vor seinem Umbau noch die Aufführung einer Entdeckung.

«Für mich war die Verbindung zu Werner Henze sehr bedeutend. Dass ich dieses Werk zu meinem Abschluss dirigieren darf, ist etwas ganz Besonderes», sagt Dennis Russell Davies. Henze hatte einige seiner Werke speziell für Davies geschrieben.

Ein Wunsch geht in Erfüllung

Mit dem Gastpianisten Emanuel Ax, erfüllt sich Davies einen langersehnten Wunsch. «Wir waren zusammen an der Juilliard School in New York. Er ist ein grossartiger Musiker, und ich freue mich sehr, ihn hier zu haben.» Ax gehört zurzeit zu den gefragtesten Pianisten in der Szene.

Er wird das 1885 entstandene Werk ‹Variations symphoniques› von César Franck zum Besten geben. Das Stück besteht aus nur einem einzigen Satz. Das Bemerkenswerte daran ist die Behandlung des Klaviers. In Francks Variationen geht es nie bloss um Tastenakrobatik. Das Klavier tritt solistisch und gleichzeitig als Begleitung im Hintergrund auf – oder es pausiert. Es wird also zu einer einzigen, besonders herausgehobenen Orchesterfarbe.

Eine Liebeserklärung zum Schluss

Dennis Russell Davies wird sich mit einem gross besetzten Orchesterwerk von Basel verabschieden. Es wird Gustav Mahlers ‹Fünfte› sein – auch bekannt als die Liebeserklärung an seine Frau Alma. «Ich habe bereits viel Erfahrung mit dieser Sinfonie und möchte dem Orchester etwas ganz Besonderes mit auf den weiteren Weg geben.»

Davies‘ letzte beiden Aufführungen finden am 1. und 2. Juni 2016 um 19:30 Uhr im Musiksaal des Stadtcasinos Basel statt. Zuvor gibt es um 18:45 Uhr eine Einführung von Dr. Hans-Georg Hofmann, Leitung künstlerische Planung Sinfonieorchester Basel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

In aller Kürze:

Am 1. und 2. Juni 2016 wird Dennis Russel Davies, Chefdirigent des Basler Sinfonieorchersters, seine letzten Konzerte in Basel geben.

Mehr aus dem Channel