Basel

Ahmad Mansour: «Es geht nicht um die Bombe»

‹Generation Allah: Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen›. So lautet der Titel der 4. Basler Fachtagung Integration, welche die GGG Ausländerberatung heute Nachmittag im Begegnungszentrum Union durchgeführt hat.

So heisst aber auch das neueste Buch des palästinensisch-israelischen Autors und Psychologen Ahmad Mansour. Für Telebasel hat er am 30. Mai 2016 Stellung zur Therwiler Handschlag-Affäre genommen.

Seine Haltung lässt keine Zweifel offen: «Das ist eine Abwertung von Frauen, die wir in einer demokratischen Gesellschaft nicht akzeptieren sollten, die wir in einer Schule nicht akzeptieren dürfen. Wir müssen diese Jugendlichen für unsere Werte gewinnen, wir müssen ihnen klar machen, dass so ein Benehmen inakzeptabel ist.»

Ahmad Mansour ist heute Programmdirektor der European Foundation for Democracy und lebt in Deutschland. Für ihn ist klar, dass ein Fall wie Therwil irgendwann passieren musste.

«Es geht hier nicht um ein Luxusproblem, es geht hier nicht um Einzelfälle. Es geht hier um Zusammenleben, es geht um Werte, es geht um unsere Zukunft, es geht um die Herausforderung, wenn unterschiedliche Religionen zusammen leben. Und da finde ich diese Diskussion sehr notwendig», erläutert er.

Extremismus entsteht nicht von heute auf morgen

Politik und Gesellschaft müssten ganz klar festlegen, was bei uns akzeptiert ist und was nicht. «Deshalb dürfen wir uns nicht zufrieden geben mit denjenigen, die uns beibringen wollen, dass das mit dem Islam, mit der Religion, nichts zu tun hat», sagt Mansour, «Wir brauchen eine ehrliche, mutige, tiefe Debatte, die versucht die Ursachen zu verstehen.»

Wenn sein Sohn einer Frau den Handschlag verweigern würde (Ahmad Mansour hat nur eine Tochter, die Red.), würde er sich fragen, was bei der Erziehung falsch gelaufen ist.

Ein solches Gedankengut würde nicht von heute auf morgen entstehen. «Ich hab das Gefühl, dass unsere Politik wie Gesellschaft dieses Phänomen, diese Herausforderungen, unterschätzen. Es geht nicht um die Bombe, es geht nicht um den IS oder Al-Quaida. Sondern es geht um Jugendliche, die in dieser Gesellschaft gross werden, die zu dieser Gesellschaft gehören und trotzdem in sich Werte und Ideologien tragen, die mit demokratischer Struktur nicht vereinbar sind. Diese Jugendlichen müssen wir gewinnen.»

Hier der News-Beitrag vom 30. Mai 2016:

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In aller Kürze:

Der palästinensisch-israelischen Autor und Psychologe Ahmad Mansour nahm ür Telebasel Stellung zum Therwiler Handshake-Zoff.

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