Auf dem ehemaligen Gelände der Deponie Feldreben soll es bis zu 900 Plätze für Asylsuchende geben. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Baselland

Asylzentrum Muttenz: Rennbahnklinik erhebt Einsprache

Gegen das geplante temporäre Bundes-Asylzentrum in Muttenz sind bisher mehrere Einsprachen eingegangen. Zu den Gegnern des Zentrums gehört unter anderem die Rennbahnklinik.

Zu Urheber und Inhalt der Einsprachen gibt der Kanton keine Auskunft. Recherchen von Telebasel haben aber ergeben, dass auch die Rennbahnklinik in Muttenz zu den Einsprechern gehört. Der Klinikdirektor Philip Klopfenstein bestätigte dies Telebasel gegenüber am Telefon. Grund dafür sei die Tatsache, dass die Anforderungen der Klinik an ein umfassendes Sicherheitskonzept im gesamten Aussenareal rund um die Rennbahnklinik seitens Bund nicht erfüllt würden.

«Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir nicht politisch motiviert handeln. Für uns steht einzig der Sicherheitsaspekt im Vordergrund,» äussert sich der Klinikdirektor zur Einsprache. «Sobald unsere Anforderungen im Bereich Sicherheitskonzept erfüllt sind, werden wir uns dem Bundesasylzentrum nicht widersetzen.»

Gestern war noch die Rede von drei Einsprachen, jetzt ist klar: Gegen das geplante Bundesasylzentrum in Muttenz sind bis heute Dienstag beim Kanton bereits fünf Einsprachen eingegangen. Eine davon ist eine Sammeleinsprache von fünf Firmen. Dabei äussert nicht nur die Rennbahnklinik sondern auch die M+R Spedag Bedenken wegen der Sicherheit. Bis am 9. Juni läuft nun die Frist, die Einsprache zu begründen. Erst danach wollen sich die Firmen zu ihren genauen Beweggründen äussern.

Behandelt werden die Einsprachen vom Bauinspektorat. Ob sie zu Verzögerungen des Projekts führen, bleibt trotz Nachfrage derzeit unklar. Die Einsprachefrist gegen das Bauvorhaben war am Montag, 30. Mai 2016, abgelaufen. Da das Datum des Poststempels zählt, sind weitere Einsprachen indes nicht auszuschliessen, wie ein Sprecher der BUD auf Anfrage sagte.

900 Plätze für Asylsuchende

Auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Feldreben sollen ab August 2016 bis zu 500 Asylsuchende untergebracht werden. Bei Bedarf soll das Zentrum später auf bis zu 900 Plätze ausgebaut werden können. Genutzt werden soll es in erster Linie zur Registrierung von Asylsuchenden, die sich gemäss Bund im Durchschnitt jeweils zwei Wochen lang in Muttenz aufhalten sollen.

Untergebracht werden sollen die Asylsuchenden in Wohnmodulen aus Gasbetonplatten und Holz-Brandschutzplatten, die in den bestehenden Gebäuden des leerstehenden Logistikareals aufgebaut werden. Weiter sind auf dem Gelände ein Spielplatz, ein Kletterplatz und Sportanlagen geplant.

Die Kosten für die Infrastruktur sowie die Betreuung und Beschäftigung der Asylsuchenden übernimmt der Bund. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) will ab Juni 2016 40 Arbeitsplätze in Muttenz einrichten.

Befristet auf zwei Jahre

Die Nutzung des Geländes ist ab Inbetriebnahme vorerst auf zwei Jahre befristet vorgesehen, wie es bei der Präsentation des Projektes Mitte Mai 2016 hiess. Eine Verlängerung könne jedoch vor Ablauf der zwei Jahren neu verhandelt werden, sofern dies der Zeitplan der Deponie-Sanierung zulasse.

Die Deponie Feldreben war einst eine Kiesgrube und wurde von 1918 bis 1967 mit Hauskehricht, Bauschutt und Gewerbeabfällen aufgefüllt. Von 1940 bis 1957 lagerten auch Basler Chemie- und Pharmafirmen darin Abfälle ab. Nach der Deponieschliessung wurde das rund 52’000 Quadratmeter grosse Gelände von Gewerbebetrieben überbaut und als Lastwagenterminal genutzt.

(sda/dm)

Hier der News-Beitrag vom 31. Mai 2016:

Hier der News-Beitrag vom 30. Mai 2016:

In aller Kürze:

Mehrere Einsprachen sind gegen das Asylzentrum in Muttenz eingegangen.

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