Das 3D-Modell, das die Entfernung eines Tumors am Herzen erheblich erleichtert hat. (Bild: Unispital Basel)

Basel

3D-Druck erleichtert Operationen

Der Druck von 3D-Modellen eröffnet Chirurgen ganz neue Möglichkeiten. So sorgen dreidimensionale Modelle nicht nur dafür, dass man sich eine Problemstellung viel einfacher und plastischer vorstellen kann, sondern sie tragen auch dazu bei, dass ein Eingriff bedeutend besser planbar wird.

Dank optimierter Planung können Operationszeiten verkürzt und schonendere Operationsmethoden angewendet werden. Gerade bei einem so komplexen Organ wie dem Herzen können 3D-Modelle in Originalgrösse von grosser Bedeutung sein.

Vor einem komplizierten Eingriff standen neulich die Herzchirurgen des Universitätsspitals Basel. Sie mussten einem Patienten einen Tumor aus der Herzscheidewand entfernen. Weil nicht klar war, ob der Tumor in wichtige Strukturen des Herzens eingewachsen und somit überhaupt operabel war, erstellte die Radiologie des Universitätsspitals Basel ein 3D-Modell des Herzens in Originalgrösse mit dem sich darin befindlichen Tumor.

Dabei zeigte sich, dass der pfirsichkern-grosse Tumor gut abgrenzbar und in keine wichtige Struktur des Herzens eingewachsen war und deshalb gefahrlos entfernt werden konnte. Dies erleichterte die Planung des Eingriffs sowie die Entfernung des Tumors enorm und trug
wesentlich zum guten Gelingen der Operation bei.

3D-Druck nützt Operateuren, Patienten und den Kassen

Zudem konnte dem Patienten vor der Operation am 3D-Modell anschaulich aufgezeigt werden, wie der Eingriff verlaufen wird. 3D-Modelle helfen also direkt mit, die Qualität eines Eingriffs zu erhöhen, denn eine möglichst detaillierte OP-Vorplanung verkürzt die Operationsdauer und senkt das Operationsrisiko. Letztlich können mit der Methode auch Kosten gespart werden.

Dass die Herzchirurgie von den neuen Optionen, welche der 3D-Druck mit sich bringt, profitiert, freut Chefarzt Friedrich S. Eckstein: «Bei komplexen Fällen in der Herz- und Aortenchirurgie haben wir den Einsatz von 3D-Modellen routinemässig etabliert. Dies erleichtert unsere Arbeit eindeutig, hilft bei der Ausbildung des medizinischen Personals, der Aufklärung der Patientinnen und Patienten und erhöht die Patientensicherheit.»

Die Unispital Basel-Radiologen PD Dr. Tobias Heye und Dr. Philipp Brantner begannen vor rund zwei Jahren, sich intensiv mit dem Thema 3D-Druck auseinanderzusetzen, primär um den chirurgischen Fächern für die Operationsplanung dreidimensionale Organe zur Verfügung zu stellen. Unterdessen hat das Universitätsspital Basel ein eigenes 3D-Druck-Labor in Betrieb genommen.

Mit diversen Druckern wird das Spektrum an Dienstleistungen derzeit weiter ausgebaut, damit neben der Chirurgie alle interessierten Disziplinen diesen Service für ihre Patienten in Anspruch nehmen können.

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In aller Kürze:

Dreidimensionale Modelle sorgen für bessere Planung von Operationen und erhöhen auch die Qualität des Eingriffs.