Die Kampagne für das bedingungslose Grundeinkommen wird gross gefahren.

Schweiz

Report: So soll das BGE finanziert werden

Möglichst laut und möglichst schrill – so lautet wohl das Motto der Grundeinkommens-Kampagne. Doch nach der Pubertät folgt das Erwachsensein – jetzt geht es um Inhalte, auch im Telebasel Report.

Im ersten Teil des Reports über das bedingslose Grundeinkommen haben wir gezeigt, wie das Team rund um die Initianten Daniel Häni und Enno Schmidt das bedingungslose Grundeinkommen aus der Versenkung geholt haben. Sei es mit acht Millionen Fünf-Räpplern auf dem Bundesplatz oder dem grössten Plakat der Welt: Was das Kampagnen-Team anpackt ist bunt, schrill, laut und – medienwirksam.

Was die Kampagne anbelangt, muss man den Initianten also ein Kränzchen winden. Lange galt das bedingungslose Grundeinkommen nämlich als linke Fantasterei und wurde höchstens belächelt, wenn nicht gar ignoriert. Dass heute Gesellschaft, Politik und selbst Ökonomen und Professoren ernsthaft über die Vorlage diskutieren, ist hauptsächlich Resultat der cleveren ‹Vermarktung› der Idee.

Inhalte statt Knallpetarden

Jetzt, nur ein paar Wochen vor der Abstimmung vom 5. Juni 2016, braucht es jedoch einen radikalen Wechsel in der Kommunikationsstrategie. Die Aufmerksamkeit ist der Initiative gewiss, entsprechend muss die Kampagne nun mit Inhalten gefüllt werden.

Fragen nach der Finanzierung des Grundeinkommens haben die Initianten bisher bewusst aussen vor gelassen. Zu kompliziert ist das angestrebte Modell.

BGE2

Die Gefahr besteht, dass Herr und Frau Schweizer ohne Wirtschaftsstudium den Faden verlieren – und sich ausklinken. «Wir stimmen am 5. Juni nicht über die Finanzierung ab, sondern über die Grundidee», betont etwa Mitinitiant Daniel Häni immer wieder. Das mag zwar stimmen, aber kein Mensch sagt ‹Ja› zu einer Initiative, deren Finanzierung er nicht versteht, bzw. bezweifelt.

Zehnernoten mit dem Aufkleber "I love Grundeinkommen, Ja-Oui-Si.ch, 5. Juni 2016" fotografiert an der Aktion "Fuer ein Bedingungsloses Grundeinkommen" anlaesslich der Volksabstimmung am 5. Juni 2016, aufgenommen am Montag, 14. Maerz 2016, in Zuerich. An der Aktion fuer ein bedingungsloses Grundeinkommen verteilten die Initianten 1000 Zehnernoten im Wert von 10'000 Schweizer Franken an Passanten. (KEYSTONE/Ennio Leanza)..
(Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Wer nichts zu essen hat, kann auch nicht arbeiten

Klar ist: Immer wie mehr Menschen können sich mit dem Grundgedanken des bedingungslosen Grundeinkommens identifizieren: Weg vom Turbo-Kapitalismus, Schluss mit den ‹Friss-oder-stirb›-Jobs und nieder mit der Existenz-Angst. Immer weniger Menschen stehen hinter unserer biblischen Arbeitsmoral ‹Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen›. Die junge Generation dreht den Spiess um: ‹Wer nichts zu essen hat, der kann auch nicht arbeiten›. Nur: Je verlockender das Angebot, desto genauer wird hingeschaut. Und umso stärker müssen die Argumente sein. Deshalb ist es höchste Zeit, endlich über Inhalte zu sprechen.

Zwei der wichtigsten Fragen rund um das bedingungslose Grundeinkommen werden deshalb im zweiten Teil des Films beantwortet:

  • Ist das bedingungslose Grundeinkommen überhaupt finanzierbar?
  • Roboter klauen unsere Arbeit: Realität oder Angstmacherei?

Die Antworten gibt’s im Telebasel Report vom 25. Mai 2016:

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In aller Kürze:

Es ist Zeit, über die Finanzierung des bedingslosen Grundeinkommens zu reden.