Die UBS startet verhalten ins neue Jahr. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Schweiz

UBS leidet im 1. Quartal unter der Risikoscheu der Kunden

Die UBS ist verhalten in das laufende Jahr gestartet. Mit einem Gewinn von 707 Millionen Franken konnte die Grossbank nicht an die sehr ertragsreichen Vorquartale anschliessen. Negativ ins Gewicht fiel, dass die Kunden kaum mit Wertpapieren handeln wollten.

Im Vorfeld der Bekanntgabe der Quartalsresultate haben Marktbeobachter das erste Quartal als eines der härtesten der letzten Jahre für Banken bezeichnet. Das Resultat der UBS bestätigt dies jedoch nur zum Teil. Tatsächlich konnte die Bank mit einem Gewinn von 707 Millionen Franken nicht an das hervorragende Vorjahresquartal anschliessen, in dem die Bank fast 2 Milliarden Franken Gewinn schrieb. Gegenüber dem letzten Quartal konnte sich die UBS jedoch steigern.

Zwar fiel in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres der Gewinn um über 200 Millionen Franken tiefer aus als im Vorquartal. Doch damals profitierte die UBS von einer Steuergutschrift. Das zeigt auch der Vergleich der Vorsteuergewinne. Er betrug im vierten Quartal 2015 lediglich 234 Millionen Franken. Jetzt beträgt er 978 Millionen Franken. Das wirklich harte Quartal hatte die UBS demnach zum Jahresbeginn bereits hinter sich.

Unsicherheit

Dennoch waren für die Grossbank die ersten drei Monate alles andere als leicht. So hätten erhöhte ökonomische und geopolitische Unsicherheiten sowie ein volatiler Finanzmarkt dazu geführt, dass die Kunden noch deutlicher als zuvor risikoscheu seien, heisst es in der Medienmitteilung vom 3. Mai 2016. Das Resultat davon sind «ungewöhnlich tiefe Handelsvolumen», wie die UBS schreibt.

Darunter gelitten haben vor allem die internationale Vermögensverwaltung und die Investmentbank. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die Erträge in diesen Divisionen deutlich zurückgegangen. Den grössten Einbruch verzeichnete dabei die Investmentbank.

UBS-Aktie nach Quartalsbericht um 3,5 Prozent gefallen

Anleger zeigen sich von der neuesten Entwicklung bei der UBS enttäuscht und verkaufen ihre Aktien. Der Kurs fiel am Dienstag vor 10.00 Uhr um mehr als 4 Prozent.

Das Ergebnis liege unter den Erwartungen, hiess es im Markt. Als negativ werden neben der operativen Leistung auch die Kapitalentwicklung und die ausgebliebenen zusätzlichen Kostensparmassnahmen genannt. Lichtblick sei aber die Entwicklung beim Nettoneugeld.

Die Grossbank hat zu Jahresbeginn wegen sinkender Erträge im Handelsgeschäft und der Vermögensverwaltung deutlich weniger verdient. Der Gewinn brach im ersten Quartal auf 707 Millionen Franken von 1,977 Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum ein.

Kosten gesenkt

Gleichzeitig gelang es der Grossbank jedoch auch, die Kosten zu senken. Sie fielen mit 5,9 Milliarden Franken rund 200 Millionen Franken tiefer als im Vorjahr aus. Zudem musste die UBS im Vergleich zu damals auch weniger Steuern zahlen.

Im Vorfeld der Bekanntgabe der Quartalszahlen gab es Medienspekulationen über einen grösseren Stellenabbau der Grossbank in der Schweiz. Die aktuellen Marktverhältnisse mit sehr risikoscheuen Kunden und darum geringeren Einkünften im Handeln stelle zwar die neue Normalität dar, sagte UBS-Chef Sergio Ermotti am 03. Mai während einer Telefonkonferenz. Darum jetzt zusätzlich drakonische Sparmassnahmen einzuleiten, sei jedoch keine Option. «Man würde damit das Kind mit dem Bad ausschütten», sagte er. Die Bank wolle nämlich so sparen, dass es nicht zu einer Belastung werde, wenn sich die Marktsituation verbessert.

Davon abgesehen sieht Ermotti auch keine Möglichkeit die Kosten innert kurzer Zeit um eine Milliarde Franken zu senken, um den Ertragsrückgang vollständig kompensieren zu können. «Es gibt keine Wunderwaffe», sagte er. Der Weg sei, diszipliniert und kontinuierlich in allen Bereichen zu sparen. Um das Geschäft nicht zu belasten, sollte davon auch der Kunde möglichst wenig merken.

 (sda)

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Die UBS erzielte im 1. Quartal einen Gewinn von 707 Millionen Franken.

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