KEYSTONE/Gaetan Bally

Basel

Profi-Schwimmer zum Frieren verdammt

Der Schwimmverein beider Basel fühlt sich hintergangen. Er musste seine Schwimmhalle in der St. Jakobshalle räumen, weil dort saniert wird. Jetzt schwimmen die Sportler draussen.

«Wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass wir während der Sanierungsarbeiten in der Halle bleiben können», sagt Tobias Gross, Cheftrainer Leistungsschwimmen beim Schwimmverein beider Basel. Am 20. April musste der Schwimmverein seine Trainingseinheiten allerdings nach draussen verlegen. Bei den momentan widrigen Temperaturen kein angenehmes Unterfangen. «Wir haben Kinder von sechs Jahren bis hin zu jungen Erwachsenen dabei, die sich zum Teil für Ernstkämpfe vorbereiten sollten.»

Schwimmer werden krank

Sorge bereitet Gross das Gesundheitsrisiko seiner Sportler. «Die Profis können so nicht ihre Leistung abrufen. Unter Umständen werden sie krank», so Gross. Das müsse alles nicht sein, denn der Schwimmverein habe die Schwimmhalle in der St. Jakobshalle das ganze Jahr über gemietet. Nun sei der Vertrag seitens des Kantons gebrochen worden.

Das sieht der Kanton anders. «Der Schwimmverein ist stets über die Geschehnisse auf dem Laufenden gehalten worden», sagt Daniel Hofer, Mediensprecher des Bau- und Verkehrsdepartments Basel-Stadt. «Er wusste, dass er auf Ende April aus der Halle muss und hätte sich entsprechend vorbereiten können.»

Kanton trickst bei Temperatur

Auf einem Transparent auf der Aussenmauer des Gartenbads St. Jakob steht die angebliche Wassertemperatur des Sportbads. 24 Grad soll diese betragen. «Unsinn» behauptet Gross. «Ich habe immer meinen Thermometer dabei und das Wasser im Sportbad ist zwischen drei und fünf Grad kälter als auf dem Transparent angepriesen.» Er kenne die Spielchen der Verantwortlichen und wirft dem Kanton indirekt Trickserei vor.

«FC Basel muss nicht improvisieren»

Die Wassertemperatur sei das Eine. Dass mit dem Umbau nicht noch zwei Wochen gewartet werden konnte, das Andere. «Was mich aber am meisten nervt, ist der Umstand, dass es Basel nicht fertig bringt, den Schwimmern eine einzige adäquate Unterkunft zu bieten.» Der Schwimmverein habe einen Leistungsauftrag und erhalte auch Geld vom Kanton. «Für unsere zwei bis drei Schwimmer, die internationale Wettkämpfe bestreiten, bedeutet die aktuelle Situation, dass sie improvisieren müssen. Ich weiss nicht, wie oft zum Beispiel Cancellara oder der FC Basel improvisieren müssen», so Gross.

Wie die Situation im nächsten Jahr aussieht, weiss Gross nicht. Anders klingt es beim Kanton. «Bis dann werden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein und der Schwimmverein kann wieder in die Halle», sagt Hofer. «Er erhält sogar einen zusätzlichen Eingang, damit er auch während Grossveranstaltungen, wie den Swiss-Indoors, trainieren kann.»

Der News-Beitrag vom 27. April 2016:

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In aller Kürze:

Der Schwimmverein muss draussen trainieren, weil die Schwimmhalle saniert wird.