Rheinuferweg Basel (Bilder: Telebasel)

Basel

Rheinuferweg feierlich eröffnet

Die Verbindung zwischen Basel und Huningue ist für Fussgänger- und Velofahrer endlich offen - zumindest an den Wochenenden. Sie ist das Resultat einer Vereinbarung, welche der Kanton Basel-Stadt mit dem Pharma-Konzern Novartis abgeschlossen hatte.

An der Landesgrenze zwischen Frankreich und der Schweiz steht seit heute eine Gedenktafel. Feierlich weihten französische und Basler Politiker die neue Verbindung zwischen Basel und Huningue ein. Die Redner betonten den Zusammenhalt im Dreiländereck.

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(Foto: Telebasel)

Das Verbindende sei zu unterstreichen statt der Konkurrenz, sagte zum Beispiel die Geschäftsleiterin der ‹IBA Basel 2020› Monica Linder. Dem Uferweg-Projekt ging eine Grundsatzvereinbarung voraus, die der Pharma-Konzern Novartis im Jahr 2005 mit dem Kanton Basel-Stadt abschloss. Novartis erhält das Gelände des heutigen Campus und musste im Gegenzug den Rheinuferweg der Öffentlichkeit zugänglich machen. 100 Millionen Franken zahlte Novartis dem Kanton.

27 Millionen-Projekt

27 Millionen Franken hat der Rheinuferweg gekostet. Entsprechend edel kommen die Uferbebauungen auch daher: Der Rheinufer ist gegen den Novartis-Campus mit einer meterhohen Mauer aus Kalksteinen abgegrenzt. Zusätzliche Video-Kameras sollen Eindringlinge abschrecken. Die Kalksteine sind nicht horizontal sondern vertikal aufgeschichtet, damit soll die Wand leichter wirken, erklärt Geschäftsführer Guido Hager vom gleichnamigen Landschaftsarchitektur-Büro. Zwischen den Steinen sind absichtlich breite Spalten freigelassen, wo sich Eidechsen einnisten sollen. Auch sonst soll der Rheinuferweg ökologisch sein. Das Ufer ist mit Steinen derart eingerichtet, dass Fische Unterschlupf finden, und für Biber hat man zwei Unterstände gebaut.

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(Foto: Telebasel)

Auf französischer Seite haben französische Behörden den Weg mit mehrere Millionen finanziert. Deren Ergebnis wirkt jedoch wesentlich einfacher. Auf Schweizer Seite wird der definitive Strassenbelag erst noch gemacht. Vieles befindet sich noch im Rohzustand.

Aufenthaltsort Rheinufer

Der Rheinuferweg soll nicht nur Durchgangsort sondern auch Aufenthaltsort seins, so Wessels. Entlang des Rheins befinden sich deshalb auch Sitzbänke und ein Restaurant. Es ist das Scharnier zwischen öffentlichem Rheinuferweg und geschlossenem Campus-Gelände. Am Gebäude prangt eine riesige grüne Muschel, welche die Künstlerin Katharina Fritsch entwarf. Sowohl Restaurant und Muschel gehören nicht zum Landschaftsplan, mit dem die Landschafts-Architekten «Hager und Partner» den Wettbewerb gewonnen hatten.

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(Foto: Telebasel)

Der Rheinuferweg soll alle Sinne ansprechen  –  auch mit Poesie. So gibt es einen «Dreyland-Dichterweg», der Basel und Huninge und auch Weil einschliesst: Entlang des Weges sind in 24 Tafeln  verschiedene Texte regionaler Künstler aus dem Dreiland zu lesen.

Lange Planung

Der Weg dorthin war lang. Erst musste der alte Hafen St. Johann an einen anderen Ort verlegt und danach zurückgebaut werden. Es gab Altlasten zu entsorgen. Am Rheinufer entdeckten Archäologen eine keltische Siedlung, die 100 Jahre vor Christus entstanden sein soll. Wer dem Rheinuferweg entlang fährt, wird sich am Verkehrslärm stören, der von der Dreirosenbrücke stammt. Die Brücke ist nur einseitig mit Schallschutz aus Glas ausgerüstet. Hans-Peter Wessels kündet an, Novartis und Basel-Stadt würden versuchen, eine Lösung zu finden, so dass der Verkehrslärm mit einem Schallschutz abgemildert werden kann. Zustimmen müsste allerdings auch der Bund, dem die Autobahn-Brücke gehört. «Wir sind zuversichtlich, dass wir in zwei Jahren eine Lösung gefunden haben», so Wessels.

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(Foto: Telebasel)

Den Anstoss zum Projekt gab vor 15 Jahren Novartis. Die damalige Baudirektorin Barbara Schneider (SP) findet den neuen Weg überraschend grosszügig. Generell würde der Weg den damaligen Vereinbarungen entsprechen. Einen Haken hat der neue Uferweg: Er ist nur an Wochenende ganztags offen  –  zumindest für ein Jahr. So lange dauern die Sanierungsarbeiten bis die Lindan-Deponie ausgehoben ist. Und solange bleibt während der Arbeitszeiten der Weg gesperrt.

Der News Beitrag vom 23. April 2016: 

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In aller Kürze:

Rheinuferweg zwischen Basel und Huningue ist für Fussgänger- und Velo-Fahrer endlich offen.

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