Basel

Mit Foodsharing gegen Lebensmittel-Verschwendung

Ein Drittel aller Schweizer Lebensmittel landet früher oder später im Müll. Dagegen kämpft das Foodsharing-Netzwerk in Basel. Mit Kühlschränken in der ganzen Stadt.

2‘400‘000‘000 kg Lebensmittel schmeissen Herr und Frau Schweizer jedes Jahr in den Abfall. Jeder einzelne von uns verschwendet pro Tag rund 320 Gramm essbare Lebensmittel, beinahe eine ganze Mahlzeit also. Besonders Frischgemüse, Kartoffeln und Brot werden weggeworfen. Der daraus entstehende Abfall nennt sich ‹Foodwaste›. Und genau gegen diesen Foodwaste kämpfen die Mitglieder von Foodsharing Basel.

Teilen statt Wegwerfen

Die Foodsaver, wie sie sich selbst nennen, teilen auf ihrer Webseite virtuelle Essenskörbe. Und das geht so: Fährt jemand in den Urlaub, hat aber noch ein wenig Milch übrig, die weg muss, sowie überzähliges Gemüse und Brot, dann bietet er diese Lebensmittel in einem virtuellen Essenskorb online an. Wer etwas davon brauchen kann, der meldet sich und kommt damit kostenlos an jede Menge Esswaren.

Gemüse, Früchte und Brot dank Kooperationen

Dies ist aber nur ein Weg, wie Foodsharer die Verschwendung von Lebensmitteln verhindern möchten. Mit 16 Betrieben in ganz Basel haben sie Kooperationen abgeschlossen. Wer am Ende des Tages noch Lebensmittel im Geschäft hat, die er nicht verkaufen konnte, meldet sich bei Foodsharing. Das Team organisiert dann einen Abholer, der beim Betrieb vorbeifährt und die Waren einsammelt. Aufgabe des Abholers ist es dann, sämtliche Lebensmittel zu verteilen. Im Netzwerk, unter Freunden und Bekannten, bei sozialen Einrichtungen oder bei den sogenannten Fair-Teilern.

So sieht so ein Fair-Trailer aus:

foordsharing2

Kühlschränke, an denen man sich bedienen kann

Fair-Teiler sind Tausch-Stationen in ganz Basel. Sechs Stück davon gibt es mittlerweile. Die Stationen bestehen aus mehreren Schränken und vor allem aus jeweils einem Kühlschrank. Wer also bald wegfährt, kann sein Gemüse und Brot also auch einfach zum nächsten Fair-Teiler bringen. Wer immer möchte, darf sich dann im Kühlschrank bedienen. Entscheiden, ob der Inhalt noch geniessbar ist oder nicht, muss jeder selbst.

Hier stehen die Kühlschränke in der Region Basel:
thumbnail_Fair-Teiler_Karte

Lebensmittelinspektorat schreitet ein

Nach zwei Jahren aktivem fair-teilen in den Fair-Teilern ist nun das Lebensmittelinspektorat auf die Foodsharer aufmerksam geworden. Neu müssen sämtliche Tausch-Stationen gemeldet werden und Auflagen erfüllen. So müssen die Kühlschränke beispielsweise regelmässig gereinigt werden und Hinweise angebracht sein, die besagen, dass jegliche Haftung abgelehnt wird.

Der Freude am Teilen tut dies jedoch keinen Abbruch. Für die Foodsaver ist klar: «Warum soll ich dazu beitragen, dass neue Ware produziert wird? Essen wir doch erst mal, was da ist!»

Der Telebasel Report vom 20. April 2016 zum Thema:

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In aller Kürze:

Das Foodsharing-Netzwerk in Basel will, dass überzählige Lebensmittel geteilt, statt weggeworfen werden.

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