Mitarbeiter müssen fürs Parkieren tiefer in die Tasche greifen (Bild: KEYSTONE/ Georgios Kefalas)

Basel

Parkplatz-Knatsch im Unispital

Die Regierung hat den Mitarbeitern des Universitätsspitals Basel die Parkplatz-Subventionen gestrichen. Im Spital befürchtet man jetzt Spannungen und Probleme im Arbeitsablauf.

Wer als Mitarbeiter des Universitätsspitals (USB) im City-Parking sein Auto abstellen möchte, muss in Zukunft um einiges tiefer in die Tasche greifen. 116 Franken bezahlten diese bis jetzt im Monat. Neu müssen sie den vollen Preis bezahlen – 195 Franken. Der Grund für die satte Erhöhung: Die Regierung des Kantons Basel-Stadt hat im Dezember beschlossen die Subventionszahlungen von 79 Franken pro Monat ab Februar einzustellen.

«Wir haben die Regierung gebeten auf die Preiserhöhung zu verzichten, da es hauptsächlich Schichtarbeiter trifft, die nicht zu den Topverdienern im Spital gehören», sagt Martin Jordan, Mediensprecher des USB. Jordan befürchtet, dass die Subventionskürzungen direkte Auswirkungen auf den Spitalalltag haben werden.

Schlechte Stimmung im Spital

«Die betroffenen Mitarbeiter müssen auf andere Standorte ausweichen und ausserhalb nach Parkmöglichkeiten suchen. Dadurch kommen sie unter Umständen zu spät zur Arbeit, die Schichtablösung klappt nicht mehr pünktlich und es entstehen Spannungen im Team», so Jordan. Es werde schwierig die Dienstpläne zu erstellen, da sich kaum mehr jemand für die Spätdienste melden wird. «Gerade jene mit unregelmässigen Arbeitszeiten sind auf das Auto angewiesen.»

Der Entscheid des Regierungsrats wurde im Dezember gefällt und bereits im Februar umgesetzt. Damit die Mitarbeiter nicht unmittelbar davon betroffen waren, bezahlt das Unispital die Differenz bis Ende Mai aus der eigenen Tasche. Danach ist aber Schluss. «Wir können die Differenz auf Dauer nicht bezahlen. Das wäre eine Ungleichbehandlung gegenüber all jenen, die täglich mit dem ÖV zur Arbeit kommen und auch keine Vergütungen an das U-Abo bekommen», so Jordan.

Richtiger Entscheid für Kanton

Auf Seiten des Kantons ist man mit der Kürzung der Subventionen zufrieden. «Die Anpassung der Park-Verordnung gilt für alle Mitarbeiter des Kantons», sagt Barbara Neidhart, Mediensprecherin von Immobilien Basel-Stadt. «Mitarbeiter des Universitätsspitals sind schon seit mehreren Jahren nicht mehr Mitarbeiter des Kantons und konnten lange von den staatlichen Vergünstigungen profitieren.»

Im Gegenzug zur Aufhebung der Subventionen dürfen Spitalmitarbeiter mit der neuen Parkkarte in drei Parkhäusern parkieren. Im Moment baut das USB im fünften Untergeschoss des City-Parkings 200 Parkplätze für Spitalmitarbeiter und Patienten. Diese stünden aber frühestens in eineinhalb Jahren zur Verfügung und würden die Bedürfnisse langfristig nicht decken. Bis dahin finden die Mitarbeitenden des Unispitals im überfüllten City-Parking zwischen 11:00 und 16:00 Uhr oft keinen Platz – und dass, obwohl sie für eine Parkkarte bezahlen.

Der News-Beitrag vom 15. April 2016:

1 Kommentar

  1. Um ihr Auto im Cityparking abstellen zu können bezahlen Spitalangestellte 116.- Franken monatlich. Zusammen mit der Subvention durch den Kanton in der Höhe von 79.- Franken ergibt das einen Betrag von 195.- Franken.
    Für exakt diesen Betrag kann Jeder eine Parkkarte erwerben die zum Parken in den folgenden drei Parkhäusern berechtigt, nämlich City, Steinen und Elisabethen.

    Die Spitalangestellten, die also quasi zusammen mit dem Kanton diesen Betrag von 195.- Franken aufwenden erhalten aber seit Jahren dafür eine Parkkarte mit geringeren Leistungen! Es kann damit lediglich das Cityparking benutzt werden obwohl zum selben Preis Parkkarten angeboten werden die in drei Parkhäusern gültig sind!

    So gesehen bedeutet das, dass Jahrelang der volle Preis für eine nicht vollwertige Parkkarte bezahlt wurde.

    Wie viel weniger „Wert“ eine der subventionierten, aber auf das City Parking beschränkten Parkkarten hat wäre zu definieren.
    Bei der grossen Anzahl der subventionierten Parkkarten, laut Bericht auf Telebasel gegen 800(!), kommt da aber auf jeden Fall eine stolze Summe zusammen.

    Wenn der „Minderwert“ der Angestellten-Parkkarte einfach mal zugunsten der „Anbieter“ auf moderate 20 Franken geschätzt wird, ergibt das bei 800 Karten eine Summe von jährlich 192’000.- Franken! Stimmt diese Rechnung in etwa, hätten Stadt und Spitalangestellte zusammen auf die letzten 10 Jahre hoch gerechnet knapp gut 1,9 Mio. Franken zuviel bezahlt.

    Darum sei die Frage erlaubt: wer hat denn dabei profitiert??

    Die genannten Beträge, zumindest für die reguläre Parkkarte (Fr. 195.-) sowie der den Angestellten verrechnete Preis (Fr. 116.-) sind Fakten.

    Entweder sind also die kommunizierten Zahlen für die geleisteten Subventionen nicht korrekt oder der Parkingbetreiber hat Parkkarten zum vollen Preis verrechnet bzw. bezahlt bekommen obwohl diese eingeschränkte Gültigkeit haben.

    Die Aussage, die Angestellten erhielten jetzt zu dem erhöhten Preis mehr Leistung weil sie nun drei statt lediglich eines der Parkhäuser benutzen könnten ist in dem Fall so nicht richtig.
    Diese Leistung haben sie, zusammen mit dem Kanton, schon seit Jahren bezahlt ohne deren vollen Gegenwert beziehen zu können!

    Und übrigens, es ist auch nicht so dass einfach alle Mitarbeitenden im Unispital einen Parkplatz erhalten. Die Vergabekriterien sind in einem 5-seitigen Reglement definiert.Report

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In aller Kürze:

Mitarbeiter des Universitätsspitals (USB) wurden Parkplatz-Subventionen gestrichen. Das USB befürchtet Auswirkungen auf Spitalbetrieb.