Basel

Fabrice Mangold: «Sans-Papiers gehen ein grosses Risiko ein»

In der Region Basel leben schätzungsweise 10'000 Sans-Papiers. Jetzt haben einige von ihnen Härtefallgesuche eingereicht und damit ihre Idendität bekannt gemacht. Damit gehen sie ein sehr grosses Risiko ein.

Sie leben versteckt, putzen schwarz die Haushalte des Basler Bürgertums oder gehen anderen Hilfsarbeiten in der Region Basel nach – teils schon seit über 10 Jahren. Sans-Papiers können keine Versicherungen abschliessen, sind oft unterbezahlt – und aufgrund ihres Status’ auch erpressbar.

Sans-Papiers können alles verlieren

Einige der Menschen, die schon jahrelang in der Illegalität leben, haben genug vom Leben im Schatten der Gesellschaft und der ewigen Angst vor dem Entdecktwerden. Deshalb bemühen sie sich nun Aufenthaltsbewiligungen und gehen damit das grösstmögliche Risiko ein. Sollte der Bund die Gesuche ablehnen, werden sie ausgewiesen und verlieren damit auch das Leben, dass sie sich über lange Jahre aufgebaut haben. Im Telebasel Report sprechen drei von ihnen über ihr Leben, ihre Angst, ihre Perspektiven:

Fabrice Mangold von der Basler Anlaufstelle für Sans-Papiers kennt ihre Biographien und ihre Chancen. Im  Telebasel Talk vom 6. April 2016 bekräftigte er die Forderung nach einer sogenannten «Regularisierung» der Sans Papiers, die in der Region leben. Zum Einwand von Moderator Adrian Plachesi, nachträgliche Bewilligungen für illegal eingereiste Menschen könnten Tür und Tor für alle Migranten öffnen, sagte Mangold, aufgrund der sehr restriktiven Migrationsgesetze in der Schweiz, sei es für Menschan aus Drittländern kaum möglich, auf legalem Weg in die Schweiz zu kommen. Zudem brauche es diese Migranten im Arbeitsmarkt, beispielsweise im Haushaltsektor. Eine Studie besagt, dass ca. 40 Prozent des Putzpersonals Sans-Papiers seien.

Mangold übt Kritik an den  Basler Migrationsbehören wegen deren restriktivem Umgang mit Härtefallgesuchen, obwohl man diesbezüglich einen grossen Spielraum habe. Die kantonalen Migrationsämter müssten ja die Gesuche zuerst beurteilen und dann an den Bund weiterleiten. Der Kanton Basel-Stadt leite nur sehr wenige Gesuche an den Bund weiter.

In der Frage der aktuellen Fälle der Menschen, die jetzt Härtefallgesuche eingereicht haben, ist Fabrice Mangold dafür, dass diese Gesuche bewilligt werden, da es sich dabei wirklich um schwerwiegende Härtefälle handle. In Sachen Sans-Papiers generell plädiert er für eine «kollektive Regularisierung», mit der Sans-Papiers, die nach klar definierten Vorgaben gewisse Bedingungen erfüllen, wie beispielsweise eine feste Stelle oder ein Aufenthalt von mindestens drei Jahren, Aufenthaltsbewilligungen bekommen. Schliesslich entspreche es der Realität, dass diese Menschen hier lebten:

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In aller Kürze:

Der Telebasel Talk zum Thema ‹Sans-Papiers› vom 6. April 2016.

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