Basler Liedermacher Aernschd Born und seine Frau Barbara Preusler (Foto: Telebasel)
Basel

Flüchtlingszentrum oder Kulturort?

Der Basler Liedermacher Aernschd Born und seine Frau Barbara Preusler bangen um ihre Existenz: Vor rund zwei Wochen wurden die Betreiber des Kulturpavillons und der «Dokumentationsstelle Atomfreie Schweiz» vom Vermieter informiert, dass das Mietverhältnis Ende November nicht mehr verlängert wird. Grund sind die geplanten Erweiterungsbauten beim Asylzentrum Bässlergut.

«Uns wird der Boden unter den Füssen weggezogen», sagt Aernschd Born, Basler Liedermacher und Anti-Atomkraft-Aktivist. Vor knapp zehn Jahren haben er und seine Frau Barbara Preusler den Kulturpavillon an der Freiburgerstrasse 80 eröffnet. Seit kurzem sind beide Rentner – von Langeweile ist jedoch keine Spur. Das Ehepaar betreibt im Holzhaus direkt neben dem Bässlergut ein Archiv über die Volksbewegung gegen Atomkraft in der Schweiz. Sie organisieren Konzerte und Lesungen, schreiben Lieder und planen laufend neue kulturpolitische Projekte.

Ende März dann der Schock: Der Vermieter, das Bundesamt für Bauten und Logistik, hat den beiden mitgeteilt, dass sie den Pavillon Ende November verlassen müssen. «Unsere Existenz wird auf einen Schlag zerstört», sagt Barbara Preusler mit Tränen in den Augen. Sie könne es noch gar nicht recht glauben, dass sie und ihr Mann nun eine neue Bleibe suchen sollen. Im Kulturpavillon vereinen Aernschd Born und seine Frau nicht nur Tonstudio, Archiv und Konzertsaal unter einem Dach – die beiden wohnen auch hier.

Zuhause soll Asylzentrum weichen

Ihr Zuhause soll nun einem Ausbau des Asylzentrums Bässlergut weichen. «Asylsuchende haben ein Anrecht auf schnelle Verfahren, das ist ganz klar», meint Aernschd Born. «Uns enttäuscht aber die Art und Weise, wie man mit uns und unserem Lebenswerk umgeht», sagt der Basler Liedermacher. Schliesslich wurde ihnen noch vor einem Jahr schriftlich versichert, dass keine anderweitigen Projekte in ihrer Liegenschaft geplant seien. Und nun sollen sie ihr Zuhause auf Ende November verlassen.

Ans Aufgeben denken die beiden aber noch lange nicht: Sie verlangen jetzt eine schriftliche Kündigung vom Bund – um damit die Mietschlichtungsstelle aufsuchen zu können. Mit diesem Schritt hoffen sie, die Kündigung hinauszuzögern. Und wenigstens noch ein paar Jahren im Kulturpavillon bleiben zu können.

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In aller Kürze:

Der Kulturpavillion und die «Dokumentationsstelle Atomfreie Schweiz» müssen Flüchtlingen weichen.

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