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Zaha Hadid ist tot

Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid ist völlig überraschend gestorben. Sie erlag am 31. März 2016 in Miami (USA) im Alter von 65 Jahren einem Herzinfarkt, teilte ihr Büro in London mit. In Miami sei sie wegen einer Bronchitis behandelt worden.

Zaha Hadid zählte zu den weltweit erfolgreichsten Architekten – wegen der fliessenden Formen ihrer Gebäude wurde sie auch ‹Königin der Kurven› genannt. Hadid wurde mit Preisen und Ehrungen überhäuft, so wurde sie beispielsweise 2004 als erste Frau mit dem Pritzker-Preis, der als Nobelpreis für Architektur gilt, ausgezeichnet. 2009 erhielt sie das japanische Praemium Imperiale.

«Mit grosser Trauer bestätigen Zaha Hadid Architects, dass Zaha Hadid heute morgen früh in Miami plötzlich verstorben ist», teilte ihr Büro mit. Demnach litt die 1950 in Bagdad geborene Architektin, Designerin und Architekturprofessorin seit einigen Tagen an einer Bronchitis, als sie während ihrer Behandlung in einem Spital des US-Bundesstaats Florida einer Herzattacke erlag.

«Zaha Hadid wird heute weithin als die grösste Architektin der Welt betrachtet», erklärte ihr Londoner Büro auf seiner Website. Mit ihrem Partner Patrik Schumacher habe sie sich «für das Verhältnis zwischen Architektur, Landschaft und Geologie» interessiert, die sie in ihrer Arbeit mit «innovativen Technologien» verbunden habe, was oft zu «unerwarteten und dynamischen architektonischen Formen» geführt habe.

Gewagte Entwürfe

Zaha Hadid studierte zunächst Mathematik an der American University in Beirut, bevor sie 1972 ein Architekturstudium an der Architectural Association School in London absolvierte, wo sie später auch Professorin wurde. 1979 gründete sie ihr eigenes Büro, doch obwohl sie weltweit mit ihren Entwürfen rasch für Aufsehen sorgte, waren ihre Pläne den Bauherrn lange zu gewagt.

Als Highlights ihres Schaffens gelten etwa das Olympische Schwimmstadion in London und das Nationalmuseum für Kunst des 21. Jahrhunderts in Rom. Weitere bekannte Werke: Das Contemporary Arts Center in Cincinnati im Bundesstaat Ohio, die neue Serpentine Sackler Gallery in London, das Opernhaus im chinesischen Guangzhou.

Das Olympische Schwimmstadion in London / keystone
Das Olympische Schwimmstadion in London / keystone

Noch vor wenigen Monaten entwarf sie gemeinsam mit dem Bergsteiger Reinhold Messner in Südtirol ein neues Bergmuseum. Das Museum Corones in über 2700 Meter Höhe ist teilweise unterirdisch, Hadid liess den Berg dazu streckenweise aushöhlen.

Hadid wuchs zunächst in Bagdad auf, doch ihre Familie verliess nach der Machtübernahme des Diktators Saddam Hussein und dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran die Stadt. Zunächst lebte sie in Jordanien, später ging Hadid zum Architekturstudium nach London, wo sie auch ihr Architektenbüro gründete.

Entwurf für das Stadtcasino Basel abgelehnt

Der Entwurf von Zaha Hadids Bau für das Stadtcasino Basel wurde im Jahr 2008 an der Urne abgelehnt. Kritisiert wurde, dass bei Zaha Hadids Entwurf der Grenzabstand zur Kirche nicht gewahrt werde, und der Bau zu weit auf den Barfüsserplatz hinausrage.

Computeranimation des von der irakischen Stararchitektin Zaha Hadid eingereichten Siegerprojekts fuer den Neu- und Umbau des Stadt-Casinos Basel (Ansicht vom Barfuesser-Platz aus). Das am 5. Januar 2005 vorgestellte Hundert-Millionen-Projekt mitten in der Innerstadt soll 2009 eroeffnet werden, muss zuvor aber noch einige Huerden nehmen. Als Musik- und Kulturzentrum soll das neue Stadt-Casino dereinst eine aehnliche Bedeutung erlangen wie das KKL in Luzern oder die Tonhalle in Zuerich. Vom heutigen Stadt-Casino soll nur der fuer seine hervorragende Akustik weltbekannte Musiksaal von 1876 erhalten bleiben, der fuer rund 20 Mio. Fr. saniert werden soll. Als Neubau schlaegt Hadid einen gewissermassen schwebenden Baukoerper aus Glas und Stahl vor, der sich auf der Frontseite und entlang des Barfuesserplatzes an den Musiksaal anschmiegt. (KEYSTONE/Casino-Gesellschaft Basel) === ===
Der abgelehnte Bau von Zaha Hadid für das Stadtcasino Basel.

Das Projekt wurde an die Architekten Herzog & de Meuron übergeben, der Bau ist mittlerweile in vollem Gange.

(sda/ml)

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In aller Kürze:

Die Stararchitektin Zaha Hadid starb im Alter von 65 Jahren.

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