Basel

Nägelin: Der konziliante SVP-Vertreter

Von der SVP aufgestellt und von der CVP-Spitze unterstützt: Der SVP-Fraktionspräsident Lorenz Nägelin scheint auch ein für die Mitte wählbarer SVP-Kandidat zu sein. Die CVP-Parteiversammlung entscheidet abschliessend über das bürgerliche Viererticket.

Orange Krawatte, konziliant im Ton: Damit scheint die Tinte von Lorenz Nägelins Name auf der bürgerlichen Viererliste schon fast trocken zu sein. Mit der CVP-farbenen Krawatte wollte Nägelin am 16. März 2016 im Grossen Rat wohl ein Signal aussenden. Denn am selben Abend zieht sich mit der CVP noch die letzte Partei zur Nominationsversammlung zurück, die beim geplanten bürgerlichen Viererticket mitredet. War die CVP vor vier Jahren noch weit davon entfernt, die SVP zu unterstützen, scheint dies jetzt sehr wahrscheinlich: «Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sich unsere Parteibasis heute den Viererticket zustimmen wird», sagt etwa Vizepräsident und CVP-Grossrat Remo Gallacchi. Die Aufstellung des eigenen CVP-Regierungsrat Lukas Engelberger ist jedenfalls so sicher wie das Amen in der Kirche.

Der 49-jährige SVP-Fraktionspräsident Lorenz Nägelin seinerseits war an der SVP-Parteiversammlung von gestern Abend von seiner Basis allerdings denkbar knapp aufgestellt worden: Er erreichte just das absolute Mehr und keine Stimme darüber hinaus. Womöglich liegt das am konzilianten Ton, den der Sanitätsteamleiter anschlägt, welcher für SVP-Exponenten eher ungewohnt ist: «In erster Linie ist das Kollegialitätsprinzip wichtig», sagt Nägelin gegenüber. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kanton Baselland sei wichtig für den Wohlstand in der Region.

Schulterschluss auf vier Säulen

Ein wichtiger Grund für den breiten Schulterschluss der bürgerlichen Parteien LDP, SVP, FDP und CVP ist wohl auch, dass die Linke bei den Erneuerungswahlen im Herbst gleich mit fünf Kandidaten antritt. Damit versuchen die linken Parteien nicht nur die drei SP-Sitze und denjenigen der Grünen zu verteidigen – sie wollen gleich noch den freiwerdenden LDP-Sitz ergattern. «Ich finde es ehrlich gesagt etwas vermessen von den Linken, mit einem Fünferticket zu kommen», sagt etwa CVP-Fraktionspräsidentin Andrea Knellwolf. Dies bestärke die CVP umso mehr, das bürgerliche Viererticket zu unterstützen, mit LDP-Grossrat Conradin Cramer als anderem nicht bisherigen Kandidaten.

Der FDP-Vertreter auf dem Viererticket, der amtierende Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr, kann sich die Zusammenarbeit mit Nägelin gut vorstellen. Das ist nicht selbstverständlich, hatten Departementsvorsteher Dürr und Sanitätsteamleiter Nägelin doch eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung bis vor Gericht – Dürr unterlag. «Es war kein persönlicher Konflikt. Es ging rein um eine sachliche Meinungsverschiedenheit», sagt Dürr am Rande an der heutigen Sitzung des Grossen Rats.

Das letzte Wort über die Regierungszusammensetzung liegt allerdings bei den Wählern. Die Urnen werden um 12 Uhr am 23. Oktober schliessen.

Mehr zu diesem Thema gibt’s ab 18:30 Uhr in den Telebasel News.

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In aller Kürze:

Lorenz Nägelin scheint für die Mitte wählbar zu sein.

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