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Schwarze Oscar-Preisträger eine Ausnahme

In Hollywood war es für schwarze Künstler noch nie einfach: In 88 Jahren Oscar-Geschichte wurden insgesamt 346 Schauspieler mit den begehrten Trophäen ausgezeichnet - nur 15 davon waren Afroamerikaner.

Über Jahrzehnte konnten schwarze Darsteller nur Sklaven, Bedienstete oder Verbrecher spielen. Und Drehbuchautoren wie Regisseure hatten es schwer, ihre Projekte zu verwirklichen. Erst 2013 erhielt Steve McQueen für ‹12 Years a Slave› als erster afroamerikanischer Produzent einen Academy Award für den besten Film.

Da Hollywoods schwarze Künstler lange Zeit nicht von der US-Filmindustrie beachtet wurden, führten sie schliesslich eine eigene Preisverleihung ein: Mit den ‹Tree of Life Awards› – auch ‹Black Oscars› genannt – würdigten sie ab 1981 ihre Talente. Die schwarz-bronzenen Statuen wurden 25 Jahre lang am Abend vor der Oscar-Nacht in Los Angeles verliehen. Zu den Gewinnern zählen unter anderem Denzel Washington, Eddie Murphy, Halle Berry und Will Smith.

«Die Zeremonie ist keine Gala, sondern vielmehr eine symbolische Veranstaltung»  Gil Robertson, Filmkritiker

Schwarzen Künstlern sollte gezeigt werden, dass ihre Leistung anerkannt werde. Die Zeremonie, an der nur Insider teilnehmen durften, sei keine Gala, sondern vielmehr eine symbolische Veranstaltung gewesen, erzählt der einzige je zu den ‹Black Oscars› eingeladene afroamerikanische Filmkritiker Gil Robertson der ‹Los Angeles Times›.

Nach und nach wurde auch Hollywood auf die schwarzen Talente aufmerksam. Als 2007 insgesamt acht Afroamerikaner für eine Trophäe nominiert wurden, stellten die ‹Black Oscars› -Veranstalter das Pendant zu den Academy Awards ein. «Dieses Jahr werden die schwarzen Oscars im Kodak (Theatre) verliehen», sagte einer der Organisatoren dem Sender ABC News über die damalige Zeremonie. Die Awards gingen in dem Jahr an die afroamerikanischen Schauspieler Jennifer Hudson und Forest Whitaker sowie den schwarzen Tonmeister Willie D. Burton.

In diesem Jahr ist die prestigeträchtige Veranstaltung wegen Diskriminierungsvorwürfen erneut in die Kritik geraten: Das zweite Jahr in Folge sind ausschliesslich weisse Darsteller für einen Oscar nominiert – auch in den anderen Kategorien schafften es nur vereinzelt schwarze Künstler auf die Anwärterliste für den Preis – und immer wieder wurden Rufe nach einer Wiedereinführung der ‹Black Oscars› laut.

Die Oscars 2016 werden am 28. Februar im Dolby Theatre in Los Angeles verliehen.

(sda dpa)

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In aller Kürze:

Schwarze mit ‹Black Oscars› gewürdigt.

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