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Basel

Themenvielfalt und Wetterbangen am Fasnachtsmontag

Nach einem trockenen ‹Morgestraich› ist die Basler Fasnacht auch am Nachmittag während des Cortèges vom Regen verschont geblieben. Eine kalte Bise vertrieb jedoch viele Zuschauer. Die Cliquen befassten sich mit zahllosen lokalen, nationalen und internationalen Themen.

«Mer mache dicht» heisst das diesjährige Motto der Fasnacht. Das organisierende Fasnachts-Comité spielte damit das Ladensterben in der Stadt aus. Bereits im Vorfeld der Fasnacht gab Diskussionen, weil Basler Sprachexperten «dichtmachen» nicht als ‹Baseldytsch› akzeptieren wollten.

Trotzdem begann die Fasnacht am Montagmorgen mit dem Vieruhrschlag. «Morgestraich – vorwärts marsch!» ertönte es aus den Larven der Tambourmajore, worauf Trommler und Pfeifer zu spielen begannen. Die Cliquen präsentierten ihre grossen, meist farbigen Laternen mit ihren Sujets.

Endstation Mars

Eine grosse rote Faust war auf die Laterne des Dupf-Clubs gemalt: «Patriotischi Extremfasnächtler gege d’Infiltrierig durch Asyllandschäftler» hiess es, kurz: PEGIDA. Die Alten Stainlemer wählten das Sujet «Völggerball.»

Die Aagfrässene zeigten auf ihrer Laterne das Bundeshaus mit Fäden davor und auf der Rückseite eine zusammengeklappte Marionette. Es war das «S Bärner Kaschperlitheater.» «S’ isch immer wieder s’ gliche Lied, s’ isch nie ganz glaar, wär d’ Fääde zieht» stand in einem Laternenvers dazu geschrieben.

Auf der Laterne der Rhygwäggi war der Planet Mars zu sehen, der ein besorgtes Gesicht macht. Unter dem Sujet «Mars Aifach!» ist auf der Rückseite aufgelistet, wer eine Reise ohne Retourticket erhalten sollte, nämlich Sepp Blatter, Roger Köppel, Donald Trump oder Helene Fischer.

Weiss und farbig

Für den Cortège vom Nachmittag mussten sich die aktiven Fasnächtler und das Publikum warm anziehen. Nur wenige Grad über Null und ein kalter Wind waren angesagt. Immerhin mussten die Fasnächtler die durchsichtigen Plastikhülle zum Schutz von Larve und Kostüme vor der Nässe nicht auspacken.

Für den Umzug angemeldet hatten sich 465 Cliquen, Wagen, Guggenmusiken und Chaisen. Dies waren acht weniger als im Vorjahr, als rund 11’000 aktive Fasnächtler gezählt wurden. Die Cliquen wählten die unterschiedlichsten Sujets. Diese reichten vom Urban Gardening über die Regulierungswut der Behörden bis zum Verhältnis Schweiz-Europa.

Besonders die Wagencliquen spielten den Grossanlass ‹White Dinner› aus, der im letzten Herbst mehrere tausend weissgekleidete Menschen in die Stadt lockte. «Das Gschyss in Wyss» hiess es auf einem Wagen. Die Spale-Clique wählte das Sujet «Wyss oder faarbig?» und spielte den Zweispalt mit Kostümen aus, die einerseits mehrfarbig, andererseits weiss waren.

Polizei mit wenig Arbeit

Der Einkaufstourismus und das Ladensterben in der Innenstadt waren oft gewählte Themen. Auf einem schwarzen Wagen prangte die Todesanzeige der Innenstadt Basel. Auf der Laterne der Vertschubbelte war zu lesen: «Gosch äne an dr Gränze go boschte zobe, driffsch die ganz Clique bi de Schwoobe.»

Derweil die Cliquen durch die Strassen zogen, planten die Schnitzelbänkler ihren ersten Auftritt in Beizen und Restaurants. Rund 70 Gruppen meldeten sich an.

Die Basler Polizei berichtete von einem ruhigen Morgenstreich. Aussergewöhnlich war aber eine Drohne, die über die Menschenmengen flog. Weil der 24-jährige Besitzer vom BAZL keine Bewilligung für den Flug über Menschenansammlungen hatte, wurde das Gerät sichergestellt, wie die Polizei berichtete.

Sehen Sie die Telebasel Aufzeichnung des Cortège vom Fasnachtsmontag:

(sda)

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In aller Kürze:

Auftakt der Basler Fasnacht: Vielfältige und abwechslungsreiche Sujets.

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