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Basel

Basler solidarisieren sich mit Flüchtlingen in Matthäuskirche

Die Matthäuskirche in Basel ist derzeit Zufluchtsort von abgewiesenen Asylbewerbern. Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt (ERK) erachtet diese Aktion als Hausfriedensbruch, will das Gotteshaus in Kleinbasel aber vorerst nicht räumen lassen.

Rund hundert Personen haben sich am Mittwochabend bei der Basler Matthäuskirche versammelt, um ihre Solidarität für vier abgewiesene Asylbewerber kundzutun, die sich seit Sonntag in den Kirchenräumen niedergelassen haben. Die Leute versammelten sich nach 18 Uhr bei winterlicher Kälte vor der Kirche, wo eine Musikanlage installiert war und Transparente zu sehen waren. Die Polizei hielt sich diskret im Hintergrund.

Nach Angaben der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt ERK vom 9. Februar 2016 hat sich am Sonntag eine Gruppe junger Erwachsener zusammen mit vier abgewiesenen Asylsuchenden in der Matthäuskirche niedergelassen. Die Gruppe berufe sich auf das Asylrecht, das Kirchen Verfolgten zu gewähren hätten.

«Wir haben uns in der Matthäuskirche niedergelassen, weil wir eine gewaltsame Ausschaffung gewisser Leute unter uns verhindern wollen», sagt eine junge Aktivisten von Wir bleiben, die anonym bleiben möchte. «Wir sind uns der Konsequenzen bewusst. Sowohl die, die per Zufall einen Schweizer Pass besitzen, als auch die, die von einer Ausschaffung bedroht sind.»

Aus Sicht des Kirchenrats haben Asylbewerberinnen und -bewerber bei Ablehnung ihres Asylgesuchs nach einem korrekten Verfahren die Schweiz zu verlassen. Der ERK-Kirchenrat sieht deshalb in der Besetzung der Matthäuskirche einen Hausfriedensbruch. Eine Anzeige sei bis jetzt ausgeblieben, heisst es von Wir bleiben.

Der Kirchenrat will die Aktivisten und die Asylsuchenden vorerst gewähren lassen. Ein Antrag auf polizeiliche Räumung der Matthäuskirche werde vorerst nicht gestellt, zuerst werde das Gespräch mit den Besetzern gesucht, heisst es im Communiqué der ERK.

(sda/sja/lbe)

Mehr dazu in den Telebasel News vom 10.2.2016 ab 18:30 Uhr und in der Sendung Talk um 18:40 Uhr.

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