Basel

Ohrfeige für Statthalter Joël Thüring

Der Grosse Rat hat Dominique König-Lüdin zur Grosssratspräsidentin gewählt. Joël Thüring ist Statthalter geworden, allerdings mit einem schlechten Resultat.

Normalerweise ist die Wahl des Grossratspräsidenten und des Statthalters kein grosses Politikum. Die Grossratsfraktionen einigen sich in der Regel, welche Partei Anspruch auf das Amt des Vizepräsidenten hat und wählen dann die vorgeschlagene Person. Fürs Jahr 2016 war klar, dass ein SVP-Mann das Amt besetzen und nächstes Jahr Präsident des Parlaments wird.

Trotzdem musste der nominierte Kandidat, Joël Thüring, vor der Wahl am 6. Januar 2016 zittern. Denn Grossräte aus der SP und CVP hatten im Vorfeld angekündigt, dass sie Thüring nicht zum Statthalter wählen werden.

Geldskandale um Joël Thüring

Der Grund: Joël Thüring war im Sommer 2015 in die Schlagzeilen geraten, weil er Monate lang seine Militärersatzsteuer nicht bezahlte.  Kommt hinzu: Es ist nicht das erste Mal, dass der Jungpolitiker Mühe mit Schulden hat. Im Jahr 2005 langte Thüring, damals Präsident der Jungen SVP, in die Kasse der Jungpartei, stahl 4’000 Franken und musste 2006 deshalb Knall auf Fall aus der Partei austreten.

Dementsprechend zeigte sich Thüring vor der Wahl aufgeregt. Zwar sei er vor jeder Wahl nervös. «Doch heute bin ich speziell nervös.»

Player Thüring

Schlussendlich hat der umstrittene Politiker die Wahl zum Statthalter doch noch geschafft. Gut kann man sein Ergebnis allerdings nicht nennen: Er erhielt nur 54 von 95 Stimmen. 23 Grossrätinnen und Grossräte wählten an seiner statt andere Kandidaten. Dennoch zeigt sich Joël Thüring zufrieden mit seinem Resultat. Zu seine Schulden will er sich aber nicht äussern:

Im Jahr 2017 wird Joël Thüring also Grossratspräsident, sodenn das Parlament dem Rotationsprinzip folgt. Zuerst muss er aber noch dieses Jahr die neu gewählte Grossratspräsidentin Dominique König-Lüdin unterstützen. Diese zeigt sich gelassen und lässt sich von den Werweissungen darüber, ob Thüring das Amt des Statthalters verdient hat, nicht beeindrucken:

Player König-Lüdin

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In aller Kürze:

Joël Thüring hat es zwar zum Statthalter geschafft, aber stolz darf er auf sein Wahlresultat nicht sein.

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