Baselland

Bruderholzspital – zu marode, um weiterzuleben?

Die Befürworter der Bruderholzspital-Initiative wollen das Spital erhalten. Doch Kritiker sagen, das Gebäude sei sowieso viel zu marode.

Wie sehr die Baselbieter ihr Bruderholzspital brauchen oder nicht, ist umstritten. Die Befürworter der Pläne fürchten, dass die Baselbieter ohne das Spital in Zukunft zu wenig Betten haben, in die sie sich im Krankheitsfall legen können. Sie wollen das Spital deshalb erhalten und stellen sich damit gegen die Pläne der Gesundheitsdirektoren beider Basel. Der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger (CVP) und der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber (SVP) planen, das Kantonsspital Baselland und das Universitätsspital Basel unter einem Dach vereinen. Das Bruderholzspital soll dafür abgerissen und stattdessen eine Tagesklinik gebaut werden. Doch laut Gesundheitsexperte Andreas Faller ist es gar nicht möglich, das bisherige Bruderholzspital zu erhalten, dafür sei das Gebäude viel zu marode, sagt er in einem Interview auf Telebasel. Es lohne sich deshalb nicht, das Spital zu erhalten:

Faller steht mit seiner Meinung nicht alleine da, aus der Wissenschaft tönt es ähnlich. Stefan Felder, Professor für Gesundheitswirtschaft an der Universität Basel, sagt nämlich auch: «Der jetzige Bau des Bruderholzspitals ist zu alt für ein erweitertes Gesundheitsangebot. Und ein Neubau ist  zu teuer.»

Nebau kostet eine Milliarde Franken

Vor Jahren habe man ausgerechnet, dass ein Neubau 750 Millionen Franken kosten würde. Mittlerweile müsse man mit einer Milliarde Franken rechnen. «Das vermag der wirtschaftliche angeschlagene Kanton Baselland nicht». Die Regierung rechnet für das Jahr 2016 mit einem Defizit von 60 Millionen Franken. Ökonom Felder sagt deshalb an die Adresse der Bruderholzspital-Initianten:

Auch der Geschäftsführer des Spitals, Jürg Aebi, schreibt per Mail:

«Die finanzielle Situation des Kantonsspitals Baselland erlaubt es nicht, die für den längerfristigen Erhalt des Bruderholzspitals im heutigen Ausmass erforderlichen Investitionen zu tätigen.»

Und der Gesundheitsdirektor des Kantons, Thomas Weber (SVP): «Wir wollen das Spital abreissen, eine Tagesklinik aufbauen und so Geld sparen.» Das sei nötig, wie der Blick auf die Zahlen zeige. Allerdings ist unklar, wie es um die genauen Zahlen des Bruderholzspitals steht, denn der Kanton zählt die Rechnungen der drei Standorte Bruderholz, Laufen und Liestal unter dem Namen «Kantonsspital Baselland» zusammen. Im Jahr 2014 hat das Kantonsspital Baselland im operativen Geschäft ein Minus von 0.7 Millionen Franken gemacht. Ausserdem hat das Spital Patienten verloren.

Das heisst so viel wie:

Sagt das Volk ja zur Bruderholzspital-Initiative, müsste Baselland eine Milliarde in einen Neubau investieren, um überhaupt eine erweiterte Gesundheitsversorung anbieten zu können. Click To Tweet

Doch der Präsident des Komittees «Ja zum Bruderholzspital», Steffen Herbert, sieht das anders. «Das Spital wurde kürzlich umfassend saniert», sagt Herbert. Man habe neue Nasszellen eingebaut, die Zimmer renoviert. «Man hat die Sicherheit massiv erhöht.»

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