Baselland

Dittinger Flugunfall: Flugzeug-Hersteller vermutet Pilotenfehler

Der Flugzeugentwickler der abgestürzten Leichtflugzeuge an den Dittinger Flugtagen sieht menschliches Versagen als Ursache. Das Flugprogramm sei nicht zu schwer und vom BAZL abgenommen gewesen.

Nachdem an den diesjährigen Dittinger Flugtagen zwei Flugzeuge mitten im Dorf abstürzten und mit viel Glück nicht mehr als ein Mensch ums Leben kam, erscheint die Zukunft der traditionsreichen Show ungewiss. Es ist nach 2005 das zweite Mal, dass ein Pilot in Dittingen zu Tode stürzte. Für die Behörden wie auch für das Organisationskomitee steht zunächst allerdings die Aufklärung der Geschehnisse im Vordergrund.

Die Kunstflugstaffel «Grasshoppers» aus Baden-Württemberg fliegt mit sogenannten Ultra-Leichtflugzeugen, die nicht einmal 300 Kilogramm auf die Waage bringen. Konstruiert und produziert wird dieser Flugzeugtyp ebenfalls in der deutschen Nachbarschaft: Von der Firma Comco Ikarus in Mengen nahe dem Bodensee. Der Geschäftsführer der Comco Ikarus zeigt sich vom Flugunfall sehr betroffen – er habe die «Grasshoppers» persönlich gekannt.

Q-Lieb

Die Piloten der «Grasshoppers» seien erfahrene Flieger gewesen, die oft schon an Flugshows in Deutschland aufgetreten seien. Dies mache Lieb umso betroffener vom Unglück. Weil sie dieses Jahr zum ersten Mal in der Schweiz auftraten, wurde das Programm der «Grasshoppers» eigens vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) am Tag zuvor inspiziert und abgenommen. Die geflogenen Figuren seien absolut im Rahmen gewesen, wie BAZL-Fluginspektor Dieter Haldemann am Tag des Geschehens sagte:

Q-Haldemann

Flugzeugentwickler zweifelt nur am Faktor Mensch

Horst Lieb und sein Ingenieur Jörg Hannemann von Comco Ikarus kennen die Flugzeuge wie keine anderen. Tragendes Element der 280 Kilogramm leichten C-42 ist eine Rohrkonstruktion aus einer speziellen Aluminiumlegierung. Der Rest sei lediglich Kunststoffverschalung, Motor sowie das Innenleben des des Cockpits.

Der Ingenieur Hannemann nahm Telebasel mit auf einen Flug, um das Verhalten der Flugzeuge in der Luft zu demonstrieren. Eine technische Ursache schliesst er auf Grund der Vorkommnisse nahezu aus. Im Gespräch an Bord schätzt legt er vielmehr menschliches Versagen als Erklärung nahe:

Q-Hannemann

Flugzeugbauer: «Technische Ursache für den Absturz schliesse ich aus.» #dittinger-flugtage Click To Tweet

Trotz aller Betroffenheit, es ist nicht am Konstrukteur, die Unfallursache zu beurteilen. Die Behörden arbeiten jetzt unter Hochdruck an der Aufklärung der folgenschweren Kollision in der Luft. Wie es mit den Internationalen Dittinger Flugtagen weitergeht, muss sich weisen. Es ist nicht auszuschliesen, dass die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchungen die Zukunft der Flugshow im Laufental beeinflussen werden.

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In aller Kürze:

Die Aufklärung des Flugunfalls wird noch Monate in Anspruch nehmen.